Jan 16 2012
Atmung: Mit Absicht atmen, und durch Aufmerksamkeit zum Erfolg
Ich bin gerade dabei, “Leben und Lehren der Meister im Fernen Osten – Band 4-5: Unterweisungen – Indische Reisebriefe / Menschen, die mit den Meistern gingen”, ein zweites Mal zu lesen. Dabei stelle ich fest, wie sich das, was Baird Spalding dort schreibt, mit dem deckt, was Haanel in “Die erstaunlichen Geheimnisse der Yogis” schreibt.
Natürlich war mir durch die Co-Übersetzung und das Herausgeben des Yogi Buches in gewisser Hinsicht bewusst, wie wichtig die Atmung ist. Interessant dabei am Rande, dass uns diese absolut grundlegende Eigenschaft im westlichen Leben nicht beigebracht wird. Da muss man schon einen Yoga Kurs belegen oder sich mit mystischer Literatur befassen, um darauf zu stoßen. Ich mag ja nicht unken, aber irgendwie ist es schon auffällig, dass uns in der Schule all möglicher Kram beigebracht wird, aber das, was wirklich lebenswichtig ist, das müssen wir selber herausfinden. Das müsste doch eigentlich zu ändern sein, d.h. es müsste über das Bildungsministerium einen Direktive kommen, dass Themen wie “richtiges Atmen” oder “bewusste Lebensgestaltung” oder “harmonische Beziehungen” oder “Wer bin ich wirklich?” mit in den Lehrplan aufgenommen werden. (Note to self: einen offenen Brief verfassen, damit das mal an die Öffentlichkeit gerät.)
Worüber ich hier aber schreiben möchte, ist folgendes: mit meinem Befassen mit dem Master Key System und der erweiternden Literatur, mache ich es mir immer mehr zur Angewohnheit, bewusst zu atmen. Dabei stille ich meine Sinne und achte darauf, durch welches Nasenloch der Atem gerade fließt. Dementsprechend richte ich meine Aufmerksamkeit aus. Aber auch so zwischendurch halte ich immer wieder inne und nehme nicht nur Luft auf, sondern bewusst Prana (d.h. Lebenskraft). Haanel schreibt dazu ja im Yogi Buch, und auch Spalding widmet Prana im oben genannten und verlinkten Band ein Kapitel.
Meine eigene Erfahrung ist äußerst positiv. Wie auch sonst? Ich nehme ja pure Lebenskraft in mich auf – das, was mich am Leben hält, mich erquickt und reinigt, meine Zellen erfrischt und erneuert und mich stark und mächtig macht.
Ich will hier gar nicht so viel schreiben, sondern dich einfach nur darauf aufmerksam machen, dass es a) der Atem ist, der dich am Leben hält, und b) dass bewusstes Atmen (d.h. Atmen mit Absicht und Aufmerksamkeit) sich sehr positiv auf dein Wesen auswirkt. Also, mache auch du es dir zur Angewohnheit, deinen Atem zu kontrollieren, vor allem dann, wenn du gerade “außer Atem” bist oder dich in einer Situation befindest, die dir “den Atem nimmt”.
Es kann also gar nicht genug betont werden, wie wichtig die Atmung ist, und wenn du dich noch in einer Situation befindest, wo du Wünsche, Bedürfnisse oder Verlangen hast, dann achte mal gut auf deinen Atem. Die zuvorgenannte Literatur gibt dir das Rahmenwerk, den Rest musst du allerdings selber bewerkstelligen. Du wirst aber froh sein, es getan zu haben, denn Herrschaft über den Atem bedeutet Herrschaft über dein Leben. Oder in Abwandlung an meinen Spruch: “Ohne Atem, keine Kekse.”
Bildnachsweis: “Breath of Gaia” – Gaia, the Greek Goddess, is Mother Earth, the bringer of life and beauty. Where Gaia breathes, she brings new life to a sleeping earth. Renewal springs forth along Gaia’s every path. © Josephine Wall. Ich hatte das Vergnügen, Josephine letztes Jahr beim Spiritual Healing Open Air in Gerdshagen kennenzulernen. Ihre Bilder sind einzigartig, wie auch das von mir gewählte Artikelbild zeigt.
PS: Dazu gibt es hier auf Englisch auch noch ein paar interessante Ìnformationen:
Link 2 – Charlotte Chiropractic






Hallo zusammen!
Sowohl der Artikel von Helmar als auch der Kommentar von Claudia trifft den Nagel auf den Kopf. Die Atmung wird heute vernachlässigt. Selbst bei der Schulmedizin vermisse ich die Aufklärung über richtiges Atmen. und daß dadurch Lebenskraft einströmt, wird auch von Masaharu Taniguchi, dem Gründer der Seicho-no-Ie Bewegung, bestätigt. In seinem eindrucksvollen Gebet, der Shinsokan-Meditation, bekräftigt er, daß die einströmende Luft die Lebenskraft darstellt, die uns erfüllt und erhält.
Ob es um Judo, Yoga, Qui Gong oder sonstige Konzentrationsübungen geht, immer spielt die richtige Atmung eine große Rolle. Wer schon mal eine lägere Strecke gelaufen ist, z.b. Marathon, der weiß, wie wichtig es ist, richtig ein und auszuatmen.
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Genau so ist es, Helmar. Danke für diesen Artikel.
Auch ich als Yogalehrerin weise immer wieder darauf hin, dass der Atem in meinem Unterricht im Mittelpunkt steht und nicht die körperlich perfekte Haltung – die für jeden Menschen sowieso anders aussieht. Atem und Geist stehen in enger Verbindung, das bedeutet, wenn der Atem ruhig fliesst, sind auch die Geistesaktivitäten in Ruhe. Es gibt keinen unruhigen Atem mit einem ruhigen Geist.
Mal abgesehen davon, dass der Atem auf das gesamte vegetative Nervensystem Einfluss hat, ist Prána (Lebensenergie) das bindende Glied zwischen Körper und Geist. Die Energie muss so ausgerichtet sein, dass sie uns auf dem Weg zur geistigen Klarheit unterstützt. Durch Atemübungen werden energetische Hemmungen im Körper gereinigt, um den Fluss der Energie in den Energiebahnen (nádis) wieder möglich zu machen. Die Energiebahnen (nádis) sollte man sich als Art Energieflussbett vorstellen, denn wo keine Energie fliesst, befindet sich auch keine Energiebahn. Eine Atemtechnik im Yoga ist z. B. die Nasenwechselatmung. Diese wurde/wird auch mit der Vorstellung praktiziert, dass Dunkelheit mit der Ausatmung abgegeben und Licht mit der Einatmung in den Körper hereingelassen wird. Besonders zu beachten ist immer wieder die vollständige Ausatmung, damit Raum geschaffen wird für die Lebensenergie, die mit der Einatmung einströmt.
Kleiner Tipp: Bei Nervosität oder Stress, NIE tief einatmen, sondern immer bewusst langsam, voll und tief ausatmen. Den Einatem weiterhin “normal” führen. Das bringt die Ruhe.
Letztens habe ich in “Facebook” geschrieben: “Dem Atem die Aufmerksamkeit zu geben, die er braucht, ist die Essenz, die es möglich macht mit Ruhe und Bewusstheit durch die Yogastunde getragen zu werden. Und wenn wir den Bogen weiter spannen, ist es letztendlich diese Ruhe und diese Aufmerksamkeit, aus der eine Klarheit entsteht mit der wir die richtigen Entscheidungen in unserem Leben treffen – zielgerichtet…
”
Und was die Schulen betrifft, hab ich mir da schon sehr oft meine Gedanken gemacht. Die “Viveka” – Hefte für Yoga hat in der Ausgabe Nr. 44 einen Artikel über “Yoga in der Schule” herausgebracht. Den werde ich mir zu Gemüte führen, wenn ich wieder in München bin. Da muss sich wirklich etwas tun…
Viele Grüße aus Köln!
Claudia
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