Karsten Endrussat: 384. Eintrag: 17. März 2012

JETZT sitze ich HIER an meinem Schreibtisch und schreibe einen Erfahrungs- und Erkenntnisbericht über das Master-Key-System. Ich werde darüber berichten, wie ich meine innere Welt in den letzten Jahren verändert habe.

Am 5. November 2004 habe ich das letzte Mal Alkohol getrunken. Heute nenne ich diesen Tag die „Stunde null“. Ich machte meinen 0. Eintrag in mein Logbuch. Dies ist der 384. Eintrag. Ein Logbuch ist ein Tagebuch, das auf einem Schiff geführt wird und in dem alle für die Seefahrt wichtigen Ereignisse und Beobachtungen eingetragen werden.

Damals befand ich mich seelisch, geistig und körperlich auf hoher See in einem Orkantief der Windstärke 10-11. Ich beschloss, mich selbst ohne professionelle Unterstützung zu therapieren. Ich begann, Tagebuch darüber zu führen, wie ich mich trocken legte. Ich begab mich auf den Weg, mich selbst zu erforschen. Ich schrieb meine neuen Erkenntnisse in das Logbuch meiner Selbsterforschung. Das Geheimnis einer erfolgreichen Selbsterforschung kann ich vorab in einem Wort zusammenfassen: Selbstehrlichkeit! JETZT wird aus meiner Selbsterforschung ein Buch entstehen. Es heißt „Meine innere Welt – Die Geschichte meines Regenbogens“.

Nach einem Naturgesetz besteht der erste große Lebenszyklus aus 7 x 7 Jahren. Er schließt mit dem 49. Lebensjahr ab, das ich am 9. Oktober 2011 vollendet habe. Nach dem hermetischen Prinzip des Rhythmus ist Leben Wachstum, Wachstum ist Wandel und Wandel bedeutet Veränderung.

Alle sieben Jahre beginnt ein neuer Zyklus. Meine ersten sechs Lebenszyklen dienen in Kurzform dazu das siebte Kapitel – das Herzstück meines Buches – vorzubereiten. Im Mittelpunkt steht also mein siebter Lebenszyklus, der Zyklus des Wiederaufbaus und der Erneuerung. Dort beschreibe ich meine Gedanken, Gefühle, meine Veränderungen, meine Erlebnisse und die Erkenntnisse meiner Selbsterforschung.

Das Buch hätte niemals entstehen können, wenn ich nicht die Bücher in mein Leben gezogen hätte, die ich brauchte, um meinen Weg zu finden. Diese wichtigen Bücher meines Lebens zitiere ich häufig, stets unter Angabe der Quelle. Anschließend übertrage ich das neue Wissen auf mich selbst. Ich verbinde es mit meinen Gedanken und ziehe meine eigenen Schlussfolgerungen daraus. Ich möchte meine sieben wichtigen Bücher in der Reihenfolge aufführen, in der sie in mein Leben getreten sind. Überhaupt – die Zahl sieben ist die Zahl des Kosmos schlechthin. Auch darüber habe ich in meinem Buch geschrieben.

  1. Bear Heart – Der Wind ist meine Mutter - in diesem Buch fand ich meinen Glauben.
  2. Ralf Schneider – Die Suchtfibel – dank diesem Buch verstand ich meine Krankheit.
  3. Rhonda Byrne – The Secret – hier fand ich das Gesetz der Anziehung (GDA).
  4. Charles Haanel – Das Master Key System – der MEISTERSCHLÜSSEL, den ich JETZT als meine große spirituelle Wahrheit bezeichne.
  5. Wallace D. Wattles – Die Wissenschaft des Reichwerdens – Reichtum heißt Fülle an materiellen und immateriellen Dingen.
  6. Charles Haanel – Ein Buch über DICH – hier vertiefte ich mein Wissen über das GDA.
  7. Die drei Eingeweihten – Das Kybalion – die spirituelle Quelle des GDA, die über 5000 Jahre alt ist

Bis zum 5. November 2004 war mein Leben das eines klassischen Waage-Menschen – entweder „Himmel hoch jauchzend“ oder „zu Tode betrübt“. Einerseits hatte ich schon immer eine „helle Seite“, die sich durch meine freudige, fröhliche und energische Art zum Ausdruck bringt. Andererseits hatte ich immer wieder Phasen, in denen mein Denken von Ängsten, Sorgen und Zweifeln geprägt war, in denen ich mich in mich selbst zurückzog, mich aus Scham vor anderen versteckte, in denen ich wenig Kontakt mit den Menschen hatte, die ich liebte. Diese „dunkle“ Seite kennen nur wenige Menschen. Darüber berichte ich in den ersten sechs Kapiteln meines Buches. In dieser Zeit war die Waage oft im Ungleichgewicht. Im Durchschnitt betrug das Positive aber immer mindestens 50,1 % und mehr, denn in dieser Zeit hatte ich auch viele Erfolge aufzuweisen. Ich war schon immer ein Entscheider, niemals ein Mitläufer. Ich war erfolgreich, aber nicht glücklich.

Immer wieder befreite ich mich von seelischen und körperlichen Depressionen. Mein Wille war nie gebrochen und so wuchs mein allergrößter Herzenswunsch in mir: „Ich möchte einfach nur glücklich sein!“ Ich wollte mich von dem inneren Druck und meinen Ängsten befreien, die mein Leben jahrzehntelang mehr oder weniger stark bestimmten, über die ich nie offen sprechen konnte, die ich im Alkohol ertränkte und mich zum Meister im Verdrängen und Vermeiden werden ließen. Und so machte ich mich auf die Suche nach meinem Glück.

JETZT habe ich den Schlüssel zum Glück gefunden: Ich habe gelernt, richtig zu denken! Ich denke stets das Gute, das Positive, das Konstruktive! Ich habe gelernt, meine Gedanken zu kontrollieren! Ich habe die Macht über meine Gedanken! Wie geht das? Darüber berichte ich in meinem siebten Kapitel.

JETZT zu Beginn meines 8. Lebenszyklus ist es mir gelungen, meine „helle“ Seite zu stärken. Ich habe sie zum Leuchten gebracht. Dieses helle Licht ist stets in meinem Inneren. Ich nenne es mein „Weißes Licht“ oder auch „laute Freude“.

Meine „dunkle“ Seite habe ich durch mein Denken nach und nach verändert. JETZT ist sie für IMMER verschwunden, ist nur noch ein Teil meiner Vergangenheit. Ich habe sie durch eine „stille“ Seite ersetzt, die meine „laute, helle“ Seite ausgleicht. Ich bezeichne sie auch als „stilles Glück“. Diese Seite ist ruhig, gelassen, und geduldig. Ich fördere sie täglich durch mein Denken, aber auch durch Schreiben, Yoga und Meditieren.

Die Stille der Natur zu suchen und mein Prinzip der Einfachheit zu pflegen, sind zwei weitere wichtige Bestandteile. Ich habe zwar meine innere Welt stark verändert, aber im Grunde meines Herzens bin ich so geblieben, wie ich schon immer war – einfach, pragmatisch und bodenständig. Ich besitze einen sehr ausgeprägten gesunden Menschenverstand und mein Herz sitzt am richtigen Fleck. Fast immer spiele ich die Klaviatur des Lebens freundlich und liebenswürdig, bei Bedarf scheue ich mich nicht, die Tasten härter und rauer anzuschlagen. Ich habe stets beide Füße auf dem Boden. Ich habe in den letzten Jahren eine sehr kreative und spirituelle Seite entwickelt. Auch diese Eigenschaft lebe ich so, wie ich bin: einfach, pragmatisch und bodenständig!

Alles, worüber ich HIER berichten werde, sind eigene Erfahrungen und Selbsterkenntnisse. Ich kenne zurzeit niemanden, mit dem ich über mein Denken und Wissen sprechen kann, dem ich vertraue, der über mehr Erfahrungen verfügt als ich, mit dem ich mich austauschen kann, von dem ich eine ehrliche Einschätzung erhalten könnte. Ich freue mich sehr auf diese Person, den ich in der Funktion eines Mentors sehe. Ich bezeichne mich manchmal als einen Schüler, der sich einen authentischen Meister wünscht. Oder ist das Master Key System mein Meister? Denn das Master Key System ist die Lehre, der ich JETZT für IMMER folgen werde.

Ich glaube fest und zuversichtlich daran, dass ich früher oder später einem Mentor begegnen werde, wenn ich meine geistigen Schwingungen darauf ausrichte. Zunächst war es wichtiger, im ersten Schritt das Master Key System gefunden und im Selbststudium erforscht zu haben. Ich nenne meinen Weg zum Master Key System heute als die erfolgreiche Suche nach meiner großen, spirituellen Wahrheit – wohlgemerkt: meine Wahrheit! Denn das Master Key System ist eine von vielen Wahrheiten. Alle diese wahren Lehren streben nach Liebe, Frieden und Glück. Auch der Meisterschlüssel ist nur ein Weg unter vielen guten Wegen. Nur wenn es der Menschheit gelingt, alle guten Schlüssel zu vereinigen, kann der große Schlüssel entstehen, der das Tor zum weltweiten Frieden öffnet.

Von ganz großer Bedeutung ist das Thema der Selbstliebe. Erst nachdem ich mich für IMMER als der angenommen hatte, der ich bin, festigte sich meine Liebe zu mir selbst. JETZT ist sie die Basis meines Wesens. JETZT sind Liebe, Glück, Freude, Harmonie und Dankbarkeit meine vorherrschenden Gedanken und Gefühle. Und je mehr liebevolle, glückliche, frohe, harmonische und dankbare Gedanken ich hegte, desto mehr bereicherten sehr schnell schöne Dinge und Erlebnisse mein Leben.

Seit Mai 2010 beherzige ich einen Grundsatz ganz konsequent: Ich breche jeden negativen, destruktiven Gedanken sofort ab und denke ihn niemals zu Ende. Ich ersetze ihn durch einen neuen liebevollen, glücklichen oder harmonischen Gedanken. Ich habe durch diese Art des Denkens mein Glück gefunden. Es war so herrlich einfach für mich, da ich mir durch meine Selbsterforschung eine gute Ausgangsbasis erarbeitet hatte. Ich brauchte meine Gedanken und Gefühle nur auf den höchsten Frequenzen zu halten: Glück, Freude, Harmonie und Dankbarkeit. Ich verstand, dass Liebe die allerhöchste Frequenz ausstrahlt.

Am 19. Oktober 2010 stieß ich dann erstmals auf Haanels Erkenntnis, die mich tief bewegte, die ich urplötzlich für IMMER verinnerlichte: „Das Gesetz der Anziehung ist das Gesetz der Liebe.“ Ich beschloss das GDA in meinem Buch fortan als Gesetz der Liebe (GDL) zu bezeichnen. Ich leitete aus Haanels Texten eine These ab: „Wenn das GDA das Synonym für das GDL ist und wenn Liebe Leben bedeutet, dann ist die Liebe das Grundprinzip des Lebens.“

Es folgte eine Zeit, da quoll ich vor lauter Freude über, endlich mein Glück gefunden zu haben. Als ich Haanels Bücher „Master-Key-System“ und „Ein Buch über Dich“ in meinem Selbsterforschungsprozess verarbeitete, erreichte diese Phase den Höhepunkt (September 2010 – Mai 2011). In dieser Zeit vernachlässigte ich, die andere Seite meines Wesens, das „stille Glück“, zu pflegen und weiter zu entwickeln. Mein überquellendes Glücksgefühl beeinträchtigte meine Achtsamkeit. Ohne es richtig zu bemerken, verlor ich nach und nach mein Gleichgewicht. Letztlich konnte mich nur ein neues Leiden mich in Form einer längeren, körperlichen Erkrankung (September – November 2011) zum Erkennen bringen. Diese Erkrankung war ein deutliches Zeichen. Ich erkannte zwei Dinge, die ich seitdem regelmäßig pflege. Da ist zum einen der tägliche Ausgleich zwischen meinen Polen „stilles Glück“ und „laute Freude“. JETZT nenne ich diesen Ausgleich „Das Prinzip des täglichen Gleichgewichts“. Dazu ein Auszug aus meinem Logbuch:

„Wenn ich die Ausführungen zum Prinzip des Rhythmus JETZT auf meinen Tagesrhythmus übertrage, würde ich die beide extremen Pole mit den Zuständen „stilles Glück“ und „laute Freude“ benennen. Mein Tagesrhythmus bewegt sich auf einer beliebig gewählten Skala von z.B. -5 bis +5, wobei ich den Minuspol dem „stillen Glück“ und dem Pluspol die „laute Freude“ zuordnen möchte. Dabei ist der Minuspol der ausgleichende Zustand zum Pluspol und keineswegs ein negativer Zustand ist. Stilles Glück steht für innere und äußerliche Ruhe. Laute Freude habe ich von „vor lauter Freude“ abgeleitet. Sie steht für innere und äußerliche Vitalität und bildet im Sinne von „laut“ den scheinbaren Gegensatz zur Stille. Zwischen diesen beiden Polen bewegen sich meine mentalen Schwingungen in unterschiedlichster Intensität. Jede Veränderung meiner gedanklichen Frequenzen an einem beliebigen Punkt auf der Tagesskala ist die Ursache dafür, dass ich mich als unmittelbare Wirkung auf der Skala in die oder andere Richtung bewege. Mein Tagesrhythmus wird also durch die Veränderung meiner Gedanken bestimmt. Um mein Gleichgewicht von Geist, Körper und Seele zu halten, ist es nicht wichtig, ständig die beiden extremen Pole zu erreichen. Es geht vielmehr darum, den Ausgleich von „lauter Freude“ und „stillem Glück“ Tag für Tag herzustellen.

 Wenn mir dies gelingt, dann schlafe ich abends am Punkt „null“ ein. Das ist der Punkt auf meiner Tagesskala, an dem sich „stilles Glück“ und „laute Freude“ gleichzeitig einstellen. Mit Gefühlen von Stille, Glück und Freude, aber auch Liebe, Harmonie und Dankbarkeit schlafe ich sanft ein. Diese Gefühle wirken im Schlaf in mir fort und zerstreuen ihre positive Saat in meinem Unbewusstsein. In diesem Zustand, also am Punkt 0, erwache ich auch wieder. Nach dem Erwachen spreche zum ersten Mal meine Standard-Affirmation. Damit bewege ich mich emotional in Richtung „laute Freude“. Während meines morgendlichen Spaziergangs zu meiner Schwester Stine spreche ich so viele Affirmationen wie möglich. Spätestens, wenn ich die Eiche erreicht habe, befinde ich mich erstmals auf der Skala sehr weit im positiven Bereich. Bereits während des morgendlichen Frühstücks erfolgt der erste Ausgleich in Richtung „stilles Glück“, indem ich in aller Ruhe genieße, aufmerksam kaue und achtsam schmecke.

 Danach schlägt der Pendel während meiner Arbeit ganz eindeutig in Richtung „laute Freude“ aus. Denn ich liebe meinen Beruf und bin dabei vor lauter Begeisterung meistens auch recht laut. Das entspricht meinem ursprünglichen Naturell. Wenn jedoch meine Intuition mir Vorsicht signalisiert, dann entschleunige ich und verschaffe mir Zeit, um in aller Ruhe zu entscheiden. Wenn Gespräche die Sachebene verlassen und emotional werden, bleibe ich JETZT sehr gelassen und zumeist ruhig. Ich bin immer um Verständnis und Ausgleich bemüht, scheue mich aber keineswegs, konsequent und entschlossen zu handeln. Dieses Verhalten ist wiederum ein Ausgleich. Das Pendel schlägt wieder in Richtung „stilles Glück“, wenn ich zur Mittagspause nach Hause fahre. Nach dem gemeinsamen Mittagessen mit meiner Frau Beatrice, schlafe ich einen sehr erholsamen „fünfzehn bis zwanzig Minutenschlaf“. Dies ist der „stille“ Ausgleich zum „lauten“ Vormittag. Danach bewege ich mich wieder in Richtung „laute“ Freude. 

 Nach Feierabend erhält der bewegte und angestrengte Geist so oft wie möglich seinen Ausgleich in Form körperlicher Bewegung. Um zum Abendbrot wieder den Zustand des stillen Glücks zu erreichen, ist es wichtig, meine Yoga-Praxis durchzuführen. Nach einigen asanas meditiere ich inzwischen regelmäßig im Sitzen. Anschließend bewege ich mich wieder in Richtung „Nullpunkt“, indem ich die Zustände der beiden Pole in mir verbinde und bis zur Nachtruhe bewahre. Dies ist mein perfekter Tagesrhythmus, in dem ein steter Ausgleich zwischen den Polen erfolgt. Immer häufiger stelle ich fest, dass ich unruhiger schlafe, wenn ich abends kein Yoga und keine Meditation gemacht habe. Ein unruhiger Schlaf, aber auch kürzerer Schlaf ist mittlerweile ein klares Indiz dafür, dass mir der Ausgleich zwischen den Polen nicht gelungen ist. Dann hat der Geist nicht die Gelegenheit erhalten, zur Ruhe zu kommen und sich zu erholen. Diesen gestörten Zustand nehme ich JETZT aber bewusst war. Er erhöht JETZT meine Achtsamkeit und ich verschaffe mir so schnell wie möglich den erforderlichen Ausgleich.“ 

Meine Erkrankung ließ mich zudem eine zweite Tatsache erkennen. In der langen Phase der Euphorie hatte sich ein „Fehler“ in meinem Denken verbreitet, den ich zunächst unterschätzt habe. Dieses falsche Denken basierte auf einer ganz alten Gewohnheit. Ich beging es vor dem Einschlafen – nur kurz, aber regelmäßig und mit Sicherheit schädlich, da es diametral zum Master Key System-Denken stand. Es wirkte über Nacht in mir fort und streute seine schlechte Saat in mir. JETZT bin ich mir ganz sicher, dass diese alte Gewohnheit die zweite Ursache für das Zeichen ist, das ich in Form meiner Erkrankung erhielt. JETZT habe ich diesen Mangel für IMMER abgestellt, indem ich wieder einmal mein Denken verändert habe.

Jeder Mangel kann durch die Veränderung des Denkens in eine Stärke umgewandelt werden. Das hat mich das hermetische Prinzip der Polarität gelehrt. ÜBERHAUPT: Als ich durch Haanels Bücher auf das „Kybalion“ stieß, vertiefte sich nochmals mein Verstehen (Juni/Juli 2011). Daraus entwickelte ich auch mein Prinzip des täglichen Gleichgewichts.

JETZT habe ich auch begriffen, dass ich bei jedem meiner vielen Veränderungsprozesse nicht nur das Prinzip der Schwingung genutzt habe, sondern auch das Prinzip der Polarität. Ich habe in meinem Leben also schon oft bei scheinbaren Gegenstücken, den Pendelschlag durch die Veränderung meines Denkens an einem Punkt auf der Skala in die andere Richtung umgekehrt. Ich habe mein Denken von „nass“ auf „trocken“, von Lüge auf Wahrheit, von Verstecken auf Freiheit, von Unruhe auf Frieden, von Hast auf Entschleunigung, von Lärm auf Stille, von Jähzorn auf geduldige Nachsicht, von Ablehnung auf Offenheit, von Abhängigkeit auf Selbstbestimmung, von unglücklich auf glücklich, von Selbsthass auf Selbstliebe, von Chaos auf Kosmos (=Ordnung) oder vom chaotischen Bewusstsein auf kosmisches Bewusstsein usw. ausgerichtet.

Bereits in meiner Geschichte „Du hast die Wahl“ (August 2005) sind weitere vermeintliche Gegensätze aufgezählt. Bereits damals habe ich die hermetischen Prinzipien der Schwingung und der Polarität genutzt, obwohl ich sie nicht kannte. Mein neues Denken ersetzte das alte, wodurch ich das alte Denken tötete. JETZT habe ich verstanden:

  • Wenn ich meinen Geist oder meine Stimmung ändern möchte, so ändere ich meine Schwingung.
  • Wenn ich ein schlechtes Gefühl oder einen negativen Gedanken, also einen unerwünschten Schwingungsgrad beseitigen möchte, so benutze ich das Prinzip der Polarität und konzentriere mich auf den entgegengesetzten Pol des Gedanken oder Gefühls, den ich zu unterdrücken wünsche.
  • Ich lasse das Unerwünschte sterben, indem ich meine Polarität wechsele. Oder einfach ausgedrückt: Ich breche die widrigen Gedanken ab und ersetze sie durch neue konstruktive Gedanken.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil meines „Meisterschlüssels“ ist das tägliche Sprechen und Denken meiner Standard-Affirmation, die ich Schritt für Schritt in den letzten 24 Monaten entwickelt habe.

Nach Charles Haanels gibt es „eine Affirmation, die alles enthält, was ein Menschenwesen jemals wollen kann, und was den Menschen zur Harmonie im Verhältnis zu allen Umständen führt. Der Grund dafür ist, dass diese Feststellung genau mit der Wahrheit übereinstimmt, und wenn Wahrheit hervortritt, muss jegliche Form von Irrtum oder Missklang zwangsläufig verschwinden.“

 Eine Affirmation ist für mich stets eine Selbstbestimmung, aber auch eine Selbstbejahung und Selbstbekräftigung. Meine Standard-Affirmation lautet: „Ich bin liebevoll, mitfühlend, glücklich, froh und unendlich dankbar. Ich bin frei, friedlich, harmonisch und in der Mitte. Ich bin im Fluss. Meine Worte und Taten stehen im Einklang mit meinen Gedanken und Gefühlen. Ich bin ganz, vollkommen, stark und mächtig. Ich bin „Der mit der Selbsterforschung wächst“. Ich bin aufmerksam und achtsam. Ich bin heiter und gelassen. Ich bin gesund und munter. Ich bin reich und wohlhabend. Ich bin ein kreativer Erschaffer von allem Guten. Ich bin ein mächtiger Sendeturm, der alles Gute für mich und alle anderen ausstrahlt. Ich bin ein gigantischer Magnet, der alles Gute für mich und alle anderen anzieht. Ich bin ein liebevoller Diener und ein großherziger Verteiler. Ich bin erfolgreich und erfüllt. Ich bin mein Weißes Licht. Ich bin eins mit dem EINEN. Ich bin JETZT im HIER Karsten Endrussat.“

An dieser Stelle ist es mir wichtig, darauf hinzuweisen, dass ich meine Spiritualität völlig pragmatisch sehe. Mein schöpferisches Denken beinhaltet einen sehr gesunden Anteil an Egoismus und wird niemals im puren Altruismus enden. Ich erschaffe für mich und für alle anderen. In der Reihenfolge. Vom Erschafften nehme ich zunächst den Teil, den ich benötige. Wie groß er ist, bestimme allein ich. Dann gebe ich im zweiten Schritt großzügig und mit Freuden mein Wissen weiter und teile meinen Reichtum gerne mit anderen.

Purer Altruismus ist für mich das Gegenstück zum übertriebenen Egoismus. Altruismus ist eine Verhaltensweise, die einem Individuum mehr Kosten als Nutzen zugunsten eines anderen Individuums einbringt. Er darf aber nicht zum eigentlichen Lebenszweck werden. Das sagt mir mein gesunder Menschenverstand. Ich bezeichne meinen Egoismus JETZT nach Prentice Mulford als „weisen Egoismus“: Er fördert mein eigenes Wohlgefühl und soll gleichzeitig anderen Nutzen bringen.

Mittlerweile habe ich eine Gelassenheit in mir entwickelt, die mir insbesondere während meiner Krankheit sehr geholfen hat, mein Denken in aller Ruhe zu reflektieren und die beiden beschriebenen Mängel mir selbst einzugestehen. In der Vergangenheit habe ich mich oftmals wegen eines Fehlers selbst bestraft. Ich ärgerte mich dermaßen über mich selbst, dass ich den daraus resultierenden Jähzorn nicht immer unterdrücken konnte. JETZT habe ich gelernt, mich selbst mit dem gleichen Mitgefühl zu behandeln, das ich auch anderen Menschen entgegenbringe. Um dieses zu praktizieren, brauchte ich einige Jahre. Aber eines Tages schloss ich Frieden mit mir selbst. Am 15. Oktober 2007 schrieb folgenden Eintrag in mein Logbuch:

„Ich habe in meinem Leben viele Wellentäler durchschreiten müssen. In diesen Phasen war mein Geist unklar und ich hatte auch körperliche Probleme. Ich habe mich jedoch nie unterkriegen lassen. Immer wieder habe ich mich aufgerappelt, frei nach dem Motto der Gewinner: „Du musst im Leben einmal mehr aufstehen als hinfallen.“ Ich habe mir meine Probleme eingestanden und mich mit ihnen auseinandergesetzt. Ich besiegte meine Alkoholsucht und mir sind meine seelischen Schwächen bewusst. 

 In den letzten Jahren habe ich diese Entwicklung über meinen Kopf und mit meiner kämpferischen Art gesteuert. Ich wurde dabei mir selbst gegenüber immer härter. Diese Härte hat mich in der Vergangenheit sehr viel geistige Energie gekostet. Vielleicht nannte ich auch deshalb meinen Weg den Pfad eines mutigen Kriegers. Diese Formulierung zeigt meinen Mut und meine Kampfbereitschaft. Aus ihr spricht aber auch meine Härte, von der ich meinte, sie zur Bewältigung meines Weges zu brauchen. 

 Anfang Oktober 2007 stellte ich klar und deutlich fest, dass ich mich nicht im Gleichgewicht befand. Ich war nur schwer in der Lage, die positiven Einflüsse von den negativen zu unterscheiden. Der zu harte Umgang mit mir selbst liegt auch an meinem hohen Selbstanspruch. Diese Härte und der zu hohe Selbstanspruch tun mir nicht gut und beeinflussen meinen Geist negativ. Ich erkannte, dass diese beiden Faktoren mich in eine Krise geführt hatten. Tief in mir hatte ich den Wunsch, diese Dinge loszulassen und einen sanfteren Umgang mit mir zu finden. Ich beschloss, meinen steinigen Weg sanfter zu beschreiten. Um meinen Frieden zu finden, habe ich endlich Frieden mit mir selbst geschlossen.

JETZT habe ich verstanden, dass ich mir damals selbst verziehen habe. Von da an ging ich dauerhaft sanft mit mir selbst um. Mein ganzes Denken wurde sanfter, liebevoller, harmonischer und mitfühlender. Mit dem Selbstfrieden kehrte schlagartig eine innere Ruhe ein, die zwar noch nicht hundertprozentig stabil, aber schon sehr ausgeprägt war.

JETZT ist mir klar, dass ich damals einen großen Schritt in Richtung „Meisterschlüssel“ gemacht habe. Ich betrieb regelmäßig meine Selbsterforschung. Ich vertiefte und verbesserte meine Yoga-Praxis. Ich begann sehr intensiv eigene Geschichten zu verfassen, in denen sich die Ergebnisse meiner Selbsterforschung wiederfanden. So vergingen die Jahre.

Im Februar 2010 begann ich, eine Geschichte zu schrei-ben, die ich „Die Geschichte meines Regenbogens“ nannte. Daraus ist JETZT das Buch „Meine innere Welt“ entstanden. Dieses Buch ist das Ergebnis der Zusammenführung meines Logbuchs mit meiner Geschichtensammlung. Es beschreibt auch meinen Weg zum Meisterschlüssel.

Über einen Zeitraum von beinahe zwei Jahren entwickelte ich meinen „Meisterschlüssel“. JETZT kann ich ihn HIER zusammenfassend (ohne logische Reihenfolge und ohne Gewähr auf Vollständigkeit) skizzieren:

  1. Ich breche jeden negativen Gedanken SOFORT ab, denke ihn auf keinen Fall zu Ende!
  2. Ich ersetze alle aufkommenden destruktiven durch konstruktive Gedanken, indem ich meine Standard-Affirmation denke, am besten laut spreche.
  3. Ich nutze das Gesetz der Anwendung: Übung macht den Meister! Sobald ich mehr als 50 Prozent positiver Gedanken hegte, schlug die Waagschale schnell und dauerhaft zu meinen Gunsten aus.
  4. Ich hege so viele Gedanken der Liebe wie möglich. Ich liebe so viele Menschen, Lebewesen und Dinge, wie ich es mir möglich ist.
  5. Ich halte meine Gedanken und Gefühle auf den höchsten Frequenzen: Liebe, Glück, Freude, Harmonie und Dankbarkeit!
  6. Ich bedanke mich bei jeder Gelegenheit gedanklich oder verbal für alles Mögliche. Ich beginne aus jedem dankbaren Gedanken ein Kettenglied zu formen, die ich zu einer Dankbarkeitskette aneinanderreihe. Immer wieder bin ich über die Länge der Kette erstaunt.
  7. Ich habe die Ruhe als Prinzip entwickelt: Ich spreche jeden Morgen in der Ruhe der freien Natur immer wieder meine Affirmationen. Ich betreibe regelmäßig Yoga und verbessere nach und nach meine Meditations- und Visualisierungstechnik.
  8. Ich befolge mein Prinzip der Einfachheit. Ich gestalte mir das sehr komplexe und sehr schnelle Leben wieder einfacher. Unkompliziertheit, Bescheidenheit, Schlichtheit, Bodenständigkeit, Natürlichkeit, Entschleunigung, Klarheit, Anspruchslosigkeit, Demut und Genügsamkeit – alle diese Wörter stehen für Einfachheit.
  9. Ich praktiziere mein Prinzip des täglichen Gleichgewichts, indem ich den Ausgleich zwischen „stillem Glück“ und „lauter Freude“ herstelle.
  10. Ich habe gelernt, beide Hälften meines Gehirns zu nutzen. Meine logische Seite ist von Natur aus sehr ausgeprägt und kommt durch meinen gesunden Menschenverstand und meinem Pragmatismus zum Ausdruck. Meine kreative Seite fördere ich durch meine Selbsterforschung. Ich bezeichne das Schreiben mittlerweile als den Atem meines Geistes.
  11. Ich schlafe abends erst ein, nachdem ich meine Standard-Affirmation gedacht habe. Sie wird im Schlaf ihre Saat gedeihen lassen.
  12. Ich stehe morgens erst auf, nachdem ich meine Standard-Affirmation gesprochen habe.
  13. Weisheit heißt, mein Wissen anzuwenden. Meine Weisheit liegt darin, das zu denken und damit zu tun, was ich weiß.
  14. Ich habe ein kosmisches Bewusstsein entwickelt: Ich nenne die vollkommene Symbiose meines Bewusstseins mit meinem Unbewusstsein mein kosmisches Bewusstsein.
  15. Mein Glaube an den EINEN ist fest und unerschütterlich. Der EINE ist alles und in allem. ER ist in jedem und wirkt durch jeden. ER ist in mir und ER wirkt durch mich. Ich bin sein Werkzeug für alles Gute.
  16. Die Weiterentwicklung meines Meisterschlüssels liegt JETZT darin, die Vergänglichkeit des Lebens zu verinnerlichen.

Ich bin immer noch ein Schüler. Und Schüler dürfen auch Fehler begehen, damit sie aus ihnen lernen können. Noch nie habe ich mich, von Misserfolgen entmutigen lassen. Oftmals waren Fehlschläge die Vorboten eines großen Fortschritts.

Prentice Mulford wurde oft gefragt, ob er seinen Lehren entsprechend lebe. Selbst er musste häufig mit Nein“ antworten und das Folgende erklären: „Alle Übel, von denen ich sprach, finde ich in und an mir selbst. Sie zu überwinden braucht Zeit, denn manche sind in lebenslanger Gewohnheit erworben und können nur allmählich überwunden werden. Ich weiß, dass auch ich manchmal mutlos und gereizt bin und das Wissen und Können zweierlei ist. Ich fühle in solchen Fällen auch das Bedürfnis nach größerer Kraft, um meinen Neigungen zum Übel widerstehen zu können.“ Und diese größere Kraft ist in jedem Menschen. Wir müssen nur in uns hinschauen. Jeder kann dort seinen Meisterschlüssel entdecken. Ich benutze ihn JETZT tagein und tagaus. Er ist der Schlüssel meiner Macht, mit dem ich jedes meiner unzählbaren inneren Tore öffnen kann, um immer neue Geheimnisse über mich zu erfahren.

Durch das Master Key System hat sich mein individueller Glaube an Gott, den ich seit dem 29. Mai 1998 den EINEN nenne, vertieft. Ich habe durch das Finden des Meisterschlüssels auch meinen Glauben besser verstanden, wobei dieser Prozess noch lange nicht abgeschlossen ist. Ich habe gelernt, dass es den Hermetikern sehr wichtig war, dass sie ihre Lehren nicht als theologische Wissenschaft, sondern als Religion und Philosophie verstehen. Das passt sehr gut zu meinem Glauben.

Theologie ist für mich der Glaube an Gott, der sich in wissenschaftlichen Büchern entfaltet sowie in Dogmen, Rituale und Personenkult „gepresst“ wird und letztendlich in Gebetsbüchern mündet. Für viele Menschen sind diese Dinge wichtig und gut, was ich aus-drücklich respektiere und anerkenne. Ich empfinde diese Art des Glaubens als eingeschränkt und begrenzt. Religion ist für mich stets mit Spiritualität, Freigeist, Inneneinkehr, Fantasie, Offenheit, Vielfalt und Individualität verbunden. Mein Glaube besteht aus zwei Eigenschaften, die untrennbar zusammengehören: Erdung oder Bodenhaftung und Öffnung nach oben. Ich bin fest mit Mutter ERDE verbunden und zugleich weite nach oben gen Vater HIMMEL geöffnet.

Jeder nachhaltige Gedanke, insbesondere dann, wenn er mit Gefühlen und Visualisierung verbunden wird, führt zur geistigen, seelischen und körperlichen Veränderung eines Menschen. Diesen Effekt habe ich selbst erlebt. Im Sinne des Gesetzes von Ursache und Wirkung ist das Umprogrammieren meiner Gedanken die Ursache. Die Wirkung ist eine Kettenreaktion, die ich am besten mit einem Zitat aus dem Talmud beschreiben kann:

„Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte, achte auf deine Worte, denn sie werden Handlungen, achte auf deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten, achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden dein Charakter, achte auf deinen Charakter, denn er wird dein Schicksal.“  

 ALSO: Wer „richtig“ denkt, der bestimmt sein Schicksal selbst!