Die andere Seite der Medaille führt zu neuen Ansichten

Gestern war ich im Fitness Center. Als ich da stand und auf den Lion’s Head und das darunter liegende Tamboerskloof (ein Stadtteil von Kapstadt) blickte, schaute ich noch einmal genauer hin. Also genauer! Und kam wieder einmal zu erstaunlichen Ansichten – imw wahrsten Sinne des Wortes.

Wir alle kennen den Spruch, “Siehe die Dinge doch einfach mal mit anderen Augen”. Der ist uns so bekannt, dass wir uns über ihn gar keine Gedanken mehr machen. Und dabei ist die deutsche Sprache doch so klar und deutlich im Ausdruck.

“Mit anderen Augen sehen!” Genau das ist es – immer wieder aufs Neue! Wenn wir etwas mit anderen Augen sehen, ändert sich unsere Sichtweise. Und wenn sich die Sichtweise ändert, dann ändert sich auch das, was wir sehen. Es bekommt eine neue Qualität.

Als ich da gestern stand, fiel mir wieder einmal auf, wie schnell bestimmte Dinge von uns einen Stempel aufgedrückt bekommen. In diesem Fall war es der Blick auf Tamboerskloof mit der Deutschen Schule Kapstadt und den umher liegenden Häusern.  “Interessant”, dachte ich mir, “du hast dem recht schnell und ohne gründliche Betrachtung einen Stempel aufgedrückt, der sich seit deinem ersten Besuch hier im Dezember 1989 nicht geändert hat. Vielleicht schaust du da noch einmal genau hin.”

Genau das tat ich dann und stellte fest, wie grün die Gegend ist. Vor allem – und das ist ein super Hilfsmittel bei solch einer Art von Übung – habe ich mir vorgestellt, das wäre jetzt nicht in Kapstadt und somit Afrika, sondern in Neuseeland. Und schon sah es ganz anders aus. Es bekam umgehend einen neuen Anschein, eine neue Qualität.

Vor allem wurde mir klar, dass wir so schnell und un-acht-sam zu An-sichten  und Meinungen (Feststellungen) kommen, von denen uns nicht alle wirklich dienlich sind. Mit dem Akt der Be-ob-achtung greifen wir uns eine Scheibe Bewusstsein heraus. Diese wird dann zu unserer Vorlage – zu einer Linse, durch die wir alles Weitere betrachten.

Worauf möchte ich hinaus? Einfach darauf, dass Dinge eben nur einen Anschein haben – einen An-Schein. Wir können alles, aber auch wirklich alles einfach mal anders betrachten und uns von den Ergebnissen über-raschen lassen. Ob es nun ein Ort ist, eine Situation oder auch eine Person. Alles strahlt in einem neuen Licht, wenn wir unseren Blickwinkel ändern.

Für mich habe ich fest-gestellt, dass das ein unheimlich befreiender und ermächtigender Akt ist. Er kostet kein Geld, sondern nur eine neue Ab-sicht und ein wenig Auf-merk-sam-keit. Schon bereichert sich unser Leben. Schon ergeben sich neue Möglichkeiten. Schon kommt Freude auf. Schon sind wir bewusst schöpferisch und somit “in alignment” mit der Vorwärtsbewegung des Großen Ganzen, da wir in einer Zeit leben, wo wir uns als bewusste Mitschöpfer bewusst werden sollen.

Die andere Seite der Medaille führt also zu neuen Ansichten und somit zu der notwendigen Polarität, die für Neuschöpfungen absolut notwendig ist. Es ist dieser Erkenntnisprozess, der den erwachenden Menschen aus seiner Ohnmacht heraus holt und ihm – wie Charles Haanel es so schön sagte – ein Zepter der Macht in die Hand legt.

Mache auch du es dir zur Angewohnheit, Dinge nicht einfach nur hinzunehmen wie bisher, sondern sie neu zu betrachten und zu hinterfragen. Dadurch entstehen gesetzmäßig neue Möglichkeiten, denn wo vorher eins war, sind jetzt zwei. Und daraus entsteht ja bekanntlich drei, d.h. eine neue Schöpfung. Daraus entsteht vier, d.h. Struktur und Bestand, fünf (Erkenntnis, Quintessenz), sechs, sieben, …. usw.

Da nirgendwo geschrieben steht, wie oder was du denken musst, unterliegt es allein dir, neue Sichtweisen zu entwickeln, vor allem für Umstände, Orte oder Personen, die du nicht magst. Erinnere dich dabei an Teil 24, Punkte 8-13 des Master Key Systems, denn dort steht, dass du der einzige Patient bist, den es zu heilen gibt. Das bekommt mit diesem neuen Ansatz eine noch  umfassendere Bedeutung. Also, viel Spaß dabei, denn diese Kraft steht dir mit jedem Atemzug zur Verfügung.