Dharma Baden: Dir geschehe nach deinem Glauben

Was mich in den letzten Wochen ziemlich beschäftigt, sind die alten Glaubensmuster. Ich meine damit die Ideen, den Glauben, die Sätze, mit denen wir aufgewachsen sind. Die Informationen, die in unseren Zellen stecken, die uns erst einmal nicht bewusst sind, aber unser Handeln und die Art, wie wir leben, mitbestimmen.

Ich meine damit die Sätze, die in uns entstanden sind, als wir klein waren, dass, was wir immer wieder von unserem Umfeld gehört haben. Damals waren wir noch zu klein, um abzuwägen, ob wir etwas glauben oder nicht, wir haben erst einmal alles „für wahr“ genommen, auch wenn wir das innerlich anders gefühlt haben. Ich vermute mal, dass die wenigsten in ganz jungen Jahren das Bewusstsein hatten zu sagen, „Das stimmt für mich und das nicht“.

In den letzten eineinhalb Jahren ist mir vieles deutlicher geworden, wie ich mein Leben bisher gelebt habe, besonders die oben erwähnten Glaubenssätze. Ich bin aufgewachsen mit Sätzen wie, „Das kannst du nicht; das geht nicht; das macht man nicht; lass das, du machst nur alles kaputt; ich mach das für dich; du bist dafür zu klein u.s.w.“

Als kleines Kind habe ich das geglaubt und habe es auch noch geglaubt, als ich schon längst erwachsen war, nur war es mir da nicht mehr bewusst – es ist in mein Unterbewusstsein gesunken („Das Wort ist Fleisch geworden“).

Hierzu berührt mich ganz besonders Teil 5 des Master Key Systems, insbesondere die Abschnitte 4 bis 8.

Vor einiger Zeit habe ich den fünften Teil noch einmal gelesen und diesmal mit einem anderen Verständnis, als noch vor einem halben Jahr. Ich hatte für mich erkannt, wie sich unbewusste Glaubensmuster auf das Leben auswirken, und die Worte hatten eine tiefere Bedeutung. Mir war/ist jetzt um einiges klarer, was Haanel damit gemeint hat. Es fühlt sich an, als wenn ein Schleier ein Stück zur Seite geschoben wurde, und ich kann den Zusammenhang von Ereignissen in meinem Leben deutlicher sehen.

Wenn ich jetzt auf mein Leben zurückschaue, so wie ich mein Leben bisher gestaltet habe – b.z.w. ich habe ja nicht bewusst gestaltet, es war eher ein unbewusstes dahintreiben – habe ich mir nicht viel zugetraut, habe mich nicht getraut, Risiken einzugehen. Überhaupt habe ich ein eher ängstliches, zurückhaltendes Leben gelebt. Ich habe mich oft handlungsunfähig, ohnmächtig gefühlt oder auch geglaubt, ich brauche die Hilfe anderer, ich schaffe das nicht allein.

Nur habe ich mir darüber keine Gedanken gemacht, dass war eben so, es war mir nicht bewusst. Was mich erfreut und gleichzeitig auch erschüttert ist, dass ich das „erst jetzt gemerkt habe“. Ich befasse mich seit vielen Jahren damit, mir meiner selbst bewusster zu werden.

Ich habe einiges ausprobiert, viele Bücher gelesen, bin nicht an die tieferen Schichten gelangt. Rückblickend war es immer ein Kratzen an der Oberfläche. Gut, es ist wie es ist! Ich kann das jetzt als meinen Weg annehmen und komme mehr und mehr in Frieden damit.

All die Jahre habe ich gedacht „Ich sollte, müsste dies und das tun und vor allem anders, besser sein!“

Das Wunderbare ist jetzt, dass ich immer mehr und öfter mitbekomme, dass ich es bin, die die Zügel in der Hand hat; dass die Verantwortung bei mir liegt. Ich höre mehr und mehr damit auf, meiner Umwelt, den Umständen die Verantwortung zuzuschieben; ich habe erkannt, dass ich es bin und entscheiden kann, wie ich auf Situationen reagiere.

Das Tolle ist, wenn erst einmal eine Tür geöffnet wurde, wird es immer mehr, immer neue Erkenntnisse offenbaren sich. Ich hab dazu das Bild einer Blütenpflanze, die immer neue Blütenknospen bekommt, die wachsen und sich entfalten. Es wird immer schöner und prachtvoller.

Ich mache Frieden mit dem, was ist. Ich bekomme eine Idee davon, was es bedeutet, mächtig zu sein und etwas in Anspruch zu nehmen. Wow!

Ich habe bis jetzt geglaubt, dass ich dem Leben irgendwie ausgeliefert bin, nichts zu können und hab mich auch irgendwie durchgeschlängelt. Ich bin nicht einmal auf die Idee gekommen, dass es anders sein kann.

Jetzt bin ich super froh, dabei zu sein. In diesem Sinne, Tschüss, bis zum nächsten Mal.

Liebe Grüße,

Dharma