Karsten Endrussat: Das göttliche Paradoxon

Immer wieder warnen die Lehrer ihre Schüler vor dem Irrtum, die andere Seite einer Frage nicht außer Acht zu lassen. Ihre Warnungen richten sich besonders auf die Probleme des Absoluten und des Relativen, die alle Schüler der Philosophie verblüffen. Sie sind die Ursache dafür, dass viele dem entgegenhandeln, was man gesunder Menschenverstand nennt. Wir legen es allen Schülern ans Herz, das göttliche Paradoxon des Absoluten und des Relativen zu erfassen, damit sie sich nicht in Halbwahrheiten verstricken. In dieser Absicht wurde diese besondere Lektion geschrieben. Lest sie sorgfältig.   — DAS KYBALION

Ich habe das Kybalion vor drei Jahren intensiv studiert. Seitdem hat sich mein Verständnis über die sieben Hermetischen Prinzipien weiterentwickelt. Als es mir vor etwa zwei Wochen gelungen ist, die Hermetik mit der Quantenphysik zu verbinden, veränderte sich mein Wissen nochmals (siehe „Quantenphysik und Hermetik“). Nach dem  Prinzip des Rhythmus ist Leben Veränderung, Veränderung heißt Wachstum, Wachstum bedeutet  Wandel und Wandel ist wiederum Veränderung und damit beginnt der Kreislauf der permanenten Veränderungsprozesse, in denen wir uns alle – bewusst oder unbewusst – befinden, erneut.  

Im Kybalion heißt ein Kapitel „Das göttliche Paradoxon“. Die Ausführungen der drei Eingeweihten habe ich damals schlicht und einfach nicht verstanden. Dennoch habe ich mich in meinem Logbuch darüber ausgelassen, was natürlich – aus heutiger Sicht – genau zu dem führte, wovor die alten Meister jeden Schüler warnen: Halbwahrheiten!

Ich habe die Seiten über das Gesetz des Paradoxons sowie meine Ausführungen, die ich vor etwa drei Jahren verfasst habe, nochmals gelesen. Im Kybalion liest sich das auch heute noch sehr abstrakt, die meisten meiner damaligen Schlussfolgerungen zeigen deutlich, dass ich damals große Verständnisschwierigkeiten hatte. Ergebnis: noch größerer Quatsch als Halbwahrheiten! Ich ließ das Ganze erst einmal einige Tage auf mich wirken und ging mit dem Thema in die stille Gedankenkonzentration. Mit etwas Abstand stellte sich ein Bauchgefühl ein, dem ich jetzt folgen werde. Wie oft habe ich schon gedacht: „Gott ist auch mein Bauchgefühl.“ Diese Eingebung passt wunderbar zum göttlichen Paradoxon. Ich werde mich erneut daran versuchen, selbst auf die Gefahr, neue Halbwahrheiten zu verfassen.

Eine Kernaussage im Kybalion lautet dazu: „Das Gesetz des Paradoxons ist ein Aspekt des Prinzips der Polarität. Erinnert euch  der beiden Pole der Wahrheit – des Absoluten und des Relativen, das sich im Schöpfungsprozess des Alls manifestiert. Erinnert euch  der beiden Pole der Wahrheit – des Absoluten und des Relativen, das sich im Schöpfungsprozess des Alls manifestiert. Absolute Wahrheit wird definiert als „Dinge, wie sie der Geist Gottes erkennt“. Relative Wahrheit sind „Dinge, wie sie die höchste Vernunft des Menschen erkennt“.

Bevor ich mich mit der „Wahrheit“ beschäftige, halte ich eines fest: Nach dem 2. Hermetischen Prinzip der Entsprechung gilt das göttliche Paradoxon oben wie unten. Damit gilt es auch für mein Dasein. Dem Prinzip der Polarität entsprechend hat mein „Ich BIN“ zwei Pole – einen Relativen (= mein Bewusstsein) und einen Absoluten (= mein Unterbewusstsein).

Ich nutze meinen gesunden Menschenverstand und versuche die Dinge, möglichst einfach zu halten, damit ich sie auch im Alltag anwenden kann. Also fange ich ganz unten, bei mir selbst, bei meinem „Ich BIN“, an, bevor ich mich mit der „höheren Wahrheit““ beschäftigen werde. Dazu spinne ich den Faden aus meiner Ausarbeitung „Quantenphysik und Hermetik“ weiter. Darin lautete meine persönliche Quintessenz: „Alles, was existiert ist Geist, der Potenzialität besitzt.“ Diesem Geist habe ich es zu verdanken, dass ich überhaupt existiere.

Meine Eltern wollten ein Kind zeugen, wirkten geistig und körperlich auf diesen Geist mit Potenzialität ein und neun Monate später war der kleine Karsten da! Allerdings mit einer winzigen Planänderung: Ich sollte ein Mädchen werden und Anke heißen. Dieser Geist wird unterschiedlich bezeichnet: Universelles oder übergeordnetes Bewusstsein, Materie in Bewegung, Äther, Prana, Chi, Orgon, Mana oder auch Lebensenergie. Ich nenne ihn Gott – aus ihm bin ich entstanden, er ist die Quelle meines Daseins. Er ist der Ursprung allen Lebens auf der Erde, aber auch in allen anderen Universen, die es zweifellos gibt. Weil dem so ist, wird er auch als die einzig existierende Quellexistenzebene charakterisiert.