Karsten Endrussat: Alles ist eine Große Seele

1 – Der Schleier

Mein Leben ist eine ereignisvolle Reise. Nicht immer brachte mich meine Reiseroute direkt von einem Punkt zum nächsten. Dazwischen lagen viele Wege, die steil bergauf und schmerzvoll bergab führten. Unten angekommen, raffte ich mich auf. Es ging wieder hoch und dann erneut runter. Himmelhoch jauchzend, zum Tode betrübt – die Ausschläge waren extrem, Freude und Leid wechselten sich in Zyklen ab. Nicht immer lernte ich gleich daraus und doch war es stetiger Lernprozess. Das Auf und Ab geschah so oft, dass ich mich zum Experten im „Hochrappeln“ entwickelte – frei nach dem Motto: Wer im Leben einmal mehr aufsteht, als er hinfällt, ist ein Sieger. Ich brauchte viele Erfahrungen bis ich endlich verstand, dass ich mein Leiden selbst verursachte und ich in meinem Inneren nach den Gründen suchen musste. Meine Reise war so auch stets eine Suche nach dem Selbst-Vertrauen in meine Fähigkeiten. Ich wollte unbedingt mein Glück und meinen inneren Frieden finden. Ich war auf der Suche nach meinem wahren Selbst.

Wir leben auf der Erde im Relativen, doch alles, was ich auf meiner Reise erfahre habe, war stets real. Alles, was ich fühlen, sehen, hören, spüren, riechen, schmecken und erfahren durfte, war keine Illusion, sondern immer wahr. Es ist die Realität, in der wir leben. Alles, meine Schmerzen, meine Liebe, mein Leiden, meine Freude, mein Ärger, mein Mitgefühl, meine Sorgen, meine Nöte, meine Träume, meine Sucht, meine Wut, meine Fantasien waren und sind absolut real. Und die Ursache von allem waren immer meine Gedanken! Phasen von geistiger Klarheit folgten und Phasen von Unklarheit. Auf der Woge nahm ich die Dinge klar und deutlich wahr. Befand ich mich im Tal, so war meine Sicht durch einen Schleier behindert. Er beeinträchtigte meine Wahrnehmung und ließ mich vieles nicht klar sehen oder erkennen. Ich nahm an diesem Punkt meiner Reise meine Lebensumstände nicht mehr so wahr, wie sie in Wirklichkeit waren.

Der Schleier entstand immer als Ergebnis vieler getätigter Handlungen, die ich über einen längeren Zeitraum ohne Selbstachtsamkeit mechanisch wiederholt hatte. Mein Geist organisierte sich dabei mehr und mehr so, dass ich die Handlungen von gestern als die Direktiven von heute akzeptierte. Diese Festlegungen führten irgendwann dazu, dass mein Geist verschleiert war. Dass meine Wahrnehmung getrübt war, habe ich selten sofort und direkt erfahren. Der Schleicher gibt sich nicht als solcher zu erkennen. Er ist schwer zu durchschauen. Gerade das ist ja die Eigenschaft eines Schleiers. Er sorgt dafür, dass mir etwas verborgen bleibt. Er entsteht in einer langen Kette von selbst erzeugten Ursachen und Wirkungen. In diesem Prozess geraten Geist, Seele und Körper ins Ungleichgewicht. Mein verschleierter Geist führte dazu, dass ich die Realität falsch wahrnahm. Ich traf Fehlentscheidungen und handelte nicht mehr nach meiner Wahrheit. Diese Phasen mündeten dann oft in körperlichen Erkrankungen.

Im Oktober 2015 hatte ich mich intensiv mit dem Einklang von Seele, Geist und Körper beschäftigt. Als ich an dieser Geschichte zu schreiben begann, befand ich mich emotional in Euphorie und bemerkte nicht, dass der Schleier mich bereits erneut umgab. Ich vernachlässigte immer mehr die Gedanken und Handlungen, die mir dienlich sind. Ich war mit meinen Gedanken zunehmend im Außen unterwegs und schaute nicht mehr achtsam nach innen. Ich schickte meine Selbstachtsamkeit in vorübergehenden Ruhestand und öffnete dadurch mein Inneres für die Wirkungen sehr undienlicher äußerer Umstände. Charles Haanel lässt grüßen: „Ewige Achtsamkeit ist der Preis des Erfolgs!“ Und so kam es, wie es kommen musste. Nach einem halben Jahr erkrankte ich körperlich, ja, ich musste erst krank werden, um mich daran zu erinnern, was meine Seele in diesem Leben unbedingt erfahren will. Doch das ist eine andere Geschichte, die aber dazu führte, dass ich über anderthalb Jahre gar nichts mehr schrieb – weder an dieser Geschichte noch an etwas anderem. Das Schreiben ist der Atem für meine Seele – allein darin zeigt sich die enorme Auswirkung, als ich es für einen längeren Zeitraum einstellte: Meine Seele war ohne Atem! 

Der Grundstock dieses Erfahrungsberichts entstand also bereits vor über anderthalb Jahren. Er basiert auf einem Kapitel aus Neale Donald Walsch Buch „Gespräche mit Gott“. Sein Werk inspiriert mich, seitdem es auf eine wunderschöne Art in mein Leben gebracht wurde. Es berührte meine Seele sehr tief. Walsch hat mein Verständnis der Naturgesetze mit viel Gefühl angefüllt. Ich nenne ihn deshalb liebevoll MrW. Ich möchte an dieser Stelle ausdrücklich betonen, dass alles, was folgt, nur meine Wahrheit ist. Walsch hat seine Wahrheit, die mir sehr geholfen, meine eigene weiterzuentwickeln. Wer diese Zeilen liest, hat seine Wahrheit. Er darf sie, so wie ich die meine, haben, auch dann, wenn sie völlig konträr zu meiner Wahrheit ist. Doch vielleicht gelingt es mir, sie ein wenig zu befruchten.

2 – Einheit Mensch – Geist, Körper und Seele

Der Mensch besteht aus Geist, Körper und Seele. Diese Begriffe beschreiben auf einfachste Weise das Wesen „Mensch“. Ihr Zusammenwirken macht den Mensch als Einheit aus. Im Idealfall befinden sich die drei Ebenen im Gleichgewicht. Dann lebt der Mensch in Einklang und Harmonie mit sich selbst. Jeder Mensch ist wiederum ein Individuum, der sein Bewusstsein durch Denken, Fühlen, Sprechen und Handeln ausdrückt. Je nachdem aus welchem Blickwinkel die dreidimensionale Einheit „Mensch“ betrachtet wird, finden sich eine Vielzahl von Synonymen, die dafür verwendet werden können. Walsch hat sie in seinem Buch zusammengetragen:

„Der Wissenschaftler sagt „Energie, Materie und Äther“. Der Theologe drückt es im Sinne der Dreieinigkeit mit „Gott – der Vater ist wissend, Gott – der Sohn ist erfahrend  und Gott – der Heilige Geist ist seiend“ aus. Der Vater lässt entstehen, der Sohn ist erfahrend und der Heilige Geist ist seiend. Oder kurz und knapp: „Vater, Sohn und Heiliger Geist“. Psychiater nennen es „Überbewusstsein, Bewusstsein und Unterbewusstsein“. Psychologen sprechen vom „das Ich, das Es und das Über-Ich“. Dichter wiederum verwenden „Geist, Herz und Seele“. Unser Zeit-Verständnis spricht von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Unsere Wahrnehmung besteht aus hier, jetzt und danach. Räumlich gedacht ist es schon ein wenig schwieriger. Wir sagen hier und dort, doch selten der Raum dazwischen.“

Die Seele definiert Walsch als die Summe aller Gefühle, die ein Mensch hatte, die er sich erschaffen hat. Demnach bilden alle jemals erlebten Gefühle die menschliche Seele. Alle Gefühle sind in der menschlichen Seele enthalten, werden dort abgespeichert. Die Seele sendet ihr Verlangen, ihre Sehnsüchte, die sie erfahren will, an den Geist. Der Geist trifft die Wahl und entscheidet, was er tun will. Der Körper ist das Fahrzeug, das die Anweisungen des Geistes ausführt.

Ich hatte mir „Gespräche mit Gott“ im Januar 2015 gekauft. Alle drei Bände in einem Buch, nahezu 1000 Seiten dick. Wie so oft, ließ ich mich beim Lesen von meiner Intuition treiben, sprang zwischen den Bänden hin und her, las an vielen unterschiedlichen Stellen. Ich erhielt sehr viele Aufregungen, etliche habe ich in meinem Tagebuch niedergeschrieben. Anfang September 2015, ich war bei Helmar Rudolph zum MKS-Seminar auf Mallorca, las ich im Band 3 zum ersten Mal das Kapitel 11. Alles ist eine große Seele – dieser Impuls blieb sofort hängen, speicherte sich in meinem Unterbewusstsein ab, beschäftigte mich tagelang bewusst und unbewusst. Heute muss ich nachschauen, ob es 1:1 Walsch Worte oder meine abgewandelte Form. „Es ist alles dieselbe Seele. Daraus entstand „Alles ist eine große Seele“. Das ist mein Gefühl, das Walsch in mir ausgelöst hat. Es fühlte sich sofort absolut wahr und klar an.

Dieses Gefühl beinhaltet etwas, das ich schon seit längerem so verstehe: Alles, was existiert, ist miteinander verbunden. Diese Wahrheit ist seit Jahrtausenden bekannt, doch sie wird in unserer Gesellschaft nicht mehr gelebt. Im Massenbewusstsein existiert das Denken von Trennung und Unverbundenheit. Alles ist im stetigen Wandel, auch das Bewusstsein der Masse. Viele Menschen suchen nach Lösungen für ihre Probleme und stoßen dabei auf die die sieben universellen Gesetze des Lebens, auch als die sieben hermetischen Prinzipien bekannt. Sie sind die Naturgesetze, die das Leben auf der Erde bestimmen. Wie im Himmel, so auf Erden – der Weg in die Einheit der Liebe wird erschaffen und irgendwann herrscht die Liebe auch auf Erden. Nach dem Gesetz der Entsprechung kann es nicht anders sein. Doch auch das ist eine andere Geschichte.

Walsch schreibt, dass der menschliche Geist sich in jeder Zelle des Körpers befindet. Das war mir so nicht bewusst, denn bisher habe ich den Geist allzu sehr auf den Verstand reduziert. Das Gehirn ist das Denkzentrum des Menschen. Dort befinden sich geballt Zellen. Jeder Gedanke ist geistige Energie. Das Gehirn ist das größte Organ im Körper, das diese mentale Energie in Gefühle, Worte und Handlungen transformiert. Die Biochemie hat laut Walsch nachgewiesen, dass auch jede einzelne Körperzelle über eine eigene Intelligenz verfügt. Haanel schreibt sinngemäß, dass die Körperzellen sich durch permanente positive Gedanken so verändern, dass sie dem Geist ein Wohlgefühl signalisieren. Sie haben ein Erinnerungsvermögen und geben ihr Befinden an das Gehirn weiter. 

Wo sitzt im Körper die Seele? Ich habe dazu im Laufe der Zeit verschiedene Antworten gefunden. Die einen sagen der Astralkörper des Menschen sei sein Seelenkleid. Das habe ich mit der menschlichen Aura gleichgesetzt, ohne mich jedoch damit weiter beschäftigt zu haben. Andere sagen im Solar-Plexus, im Sonnengeflecht, also dort, wo sich das Unterbewusstsein befindet. Der Philosoph Descartes („Ich denke, also bin ich“) tat im 17. Jahrhundert kund, dass die Seele im Gehirn in der Zirbeldrüse sitzt. Walsch wiederum schreibt, dass sich die Seele im ganzen Körper in den Räumen zwischen den Körperzellen ausbreitet: „Zwischen den Körperzellen gibt es Räume, diese Räume machen 99% des Körpers aus. In diesen Zwischenräumen sitzt die Seele. Sie füllt all diese Räume aus und hält dadurch den Körper zusammen. Sie ist also überall im Körper. Sie ist das, was den Körper trägt, ihn fest zusammenfügt. Die Seele schafft den Zusammenhalt in jeden einzelnen menschlichen Körper. Der Körper beinhaltet also nicht die Seele, sondern die Seele den Körper. Die Seele ist der Behälter für den Körper und nicht umgekehrt.“

Der Körper beinhaltet demnach nicht die Seele, sondern die Seele den Körper. Oder frei nach Walsch: Die Seele ist das Fass für den Körper! Als ich seine Worte zum ersten Mal las, fühlten sie sich für mich sofort stimmig an. Letztlich ist es aber müßig, wo sich die Seele befindet – jeder darf glauben, was sich für ihn stimmig anfühlt.

3 – Schöpfung in Kurzform

Alles, was existiert, ist Geist. Dieser alles umfassende Geist besitzt die Fähigkeit, Form anzunehmen. Geist vor Materie – jedes Ding war zuvor stets ein Gedanke. Du wirkst auf den Geist mit Potenzialität mit deinen geistigen Schwingungen ein. Der substanzlose, universelle Geist ist mentaler Knetgummi. Du kannst mit deinen Gedanken aus ihm alles formen, alles entstehen lassen, was du dir wünschst. Du brauchst nur ein klares, mentales Bild von dem zu haben, was du wirklich willst. Dann musst du deinen Wunsch immer wieder so sehr wollen, dass dein Bild immer detaillierter wird und sich fest in deinen Gedanken verankert. Dann packst du noch so viel Gefühl und Fülle wie möglich mit hinein. Auf diese Art und Weise trägst du irgendwann deinen Herzenswunsch in deinem Unterbewusstsein. Du hast ihn gedanklich und emotional in dir verankert. Du denkst, fühlst, sprichst und handelst danach. Ohne Willenskraft und Ausdauer geht es aber nicht. Sehnsucht und Hingabe verstärken den Prozess enorm. Eine harmonische Geisteshaltung ist unerlässlich und von grundsätzlicher Bedeutung. 

Schöpfung erfordert auch Wiederholung. Du machst dir immer wieder ein mentales Foto von deinem Wunsch, fotografierst ihn beim Aufstehen, speicherst ihn auf einem Chip, deinem Unterbewusstsein, und sendest ihn zugleich ins Universum. Du gehst mit ihm in Ruhe oder auch in die Stille der Natur. Das ist kein Muss, nur ein Kann, doch dies ist absolut dienlich. Du brauchst deinen Wunsch, nur aus deinem Inneren abzurufen. Halte ab und zu fünf Minuten in deinem Alltag inne und führe dir dein Bild mental vor Augen. So schickst du deinen Wunsch wieder an den universellen Geist. Du fotografierst deinen Wunsch vor dem Einschlafen, übermittelst ihn nach außen und speicherst ihn in dir erneut auf dem biologischen Chip, deinem Unterbewusstsein. So erschaffst du tagein, tagaus, mal mehr, mal weniger, aber immer ein bisschen. Das Foto von deinem Wunsch wird dadurch immer detaillierter, immer endgültiger. Dein Unterbewusstsein, das Absolute in uns allen, ist auf diese Art und Weise immerfort mit dem oberen Absoluten verbunden und macht sich für dich an die Arbeit, deinen Wunsch zu verwirklichen.

Dies allein reicht jedoch nicht. Der Wunsch muss von dem Glauben getragen werden, dass alles, was du in dir trägst, zu dir kommt, bereits zu dir unterwegs ist. Oder wie Jesus es sagte: „Glaube an das, was du nicht siehst. Worum immer du bitten wirst, glaube nur, dass du es schon empfangen hast, so wird es dir zuteilwerden.“  Die grundlegende Aufgabe in der Schöpfung besteht darin, einen Glauben verbunden mit dem Gefühl, den Wunsch schon zu besitzen, zu entfachen. Je klarer, detaillierter und lebendiger das angestrebte Wunschbild ist, desto voller und stärker werden der Glaube und das Gefühl, es bereits zu besitzen. „Alles hängt vom Glauben ab. Zweifel ist Unglaube. Dankbarkeit stärkt den Glauben!“ So schreibt es Wallace D. Wattles in „Die Wissenschaft des Reichwerdens“, ein sehr pragmatisches Buch über die Gesetze der Resonanz und Fülle, das erstmals 1910  veröffentlicht wurde.

Unglaube schneidet den Schöpfungsprozess ab, Zweifel blockiert ihn. Zweifel sind zwei Fälle. Für mich gibt es ausschließlich Ein-Fall: Idee, Inspiration, Absicht, Kreativität, Inanspruchnahme, Gewissheit, Verwirklichungskraft! Ein-Fall ist schöpferisch! Das habe ich von Helmar Rudolph erfahren. Also halte ich einfach allezeit unbeirrbar an meinem Wunschbild fest. Anti-Gedanken sind disharmonisch. Wettstreit und Konkurrenzdenken sind hinderlich und störend, denn sie basieren auf dem begrenzten Denken, jemand anderem etwas vorzuenthalten oder wegnehmen zu müssen, weil nicht genug für alle geschöpft werden kann.

Im Sommer 2010 machte ich mir das Geheimnis über das Geheimnis zu Eigen. Rhonda Byrne schreibt in „The Secret“: „Die Abkürzung zum Erreichen Ihrer Lebensziele besteht darin, jetzt froh und glücklich zu sein und sich jetzt froh und glücklich zu fühlen! Das ist der schnellste Weg, um all Ihre Wünsche in Ihr Leben zu bringen. Schalten Sie also Ihre Gedanken und Ihre Frequenz auf Freude und inneres Glück. Strahlen Sie Gefühle von innerem Glück und Freude aus und senden Sie sie mit aller Kraft ins Universum. Dann werden Sie wahrlich den wahren Himmel auf Erden erleben.“ Als ich diese Worte las, machte es klick und ich legte meinen mentalen Schalter von einem Moment zum anderen auf Gefühle von Freude und Glück um. Ohne weitere Anstrengung wurde „Ich bin froh und glücklich!“ zu meiner geistig-emotionalen Grundhaltung, die ich vor allem mit dankbaren Gedanken und Gefühlen verstärke. Ich weiß nicht, wie oft ich am Tag „Danke“ sage, doch so oft wie möglich für alle Dinge und Ereignisse und seien sie noch so klein. Zur Kraft der Dankbarkeit empfehle ich aus Wallace Buch das Kapitel 7. Dort steht unter anderem: „Der Mensch, der Gott für die Dinge, die er bisher nur in seiner Vorstellung besitzt, aufrichtig danken kann, besitzt wahren Glauben. Er wird reich werden, er wird die Erschaffung von allem, was er sich wünscht, erwirken.“   

Nach „The Secret“ las ich Wallace, Haanel und das Kybalion. Seitdem bestimmen die Sieben Naturgesetze mein Leben. Das ist meine große Wahrheit, nach der ich ganz bewusst lebe. Sie fühlt sich klar, leicht und erfüllend an. Meine Erfahrungen zeigen und beweisen mir, dass es so ist. Eines Tages trat das Gefühl dieser Wahrheit in mein Bewusstsein. Ich werde diesen Moment nie vergessen, doch ich wusste zu diesem Zeitpunkt nicht, dass sich dahinter Gesetzmäßigkeiten verbargen. Das Gesetz der Anziehung wirkt, auch ohne es zu kennen, jederzeit auf jeden. Es sollten aber noch über zwölf Jahre vergehen, bis ich die Hermetischen Prinzipien in mein Leben zog. Heute lebe ich im Einklang mit den Naturgesetzen. Ich nutze sie mit Vertrauen, Respekt, Freude und Dankbarkeit. Ich verlasse mich absolut auf ihre Schöpfungsprinzipien. Ein ausschließlich nach oben geöffneter Geist schöpft nach meiner Auffassung aber nicht das Gewünschte, wenn er dabei nicht gleichzeitig nach unten fest verbunden ist. Also bleibe ich bei aller Geistigkeit mit beiden Beinen immer schön auf dem Boden.

Zudem sehe ich Schöpfung äußerst pragmatisch. Ich folge dabei meinem gesunden Menschenverstand und habe immer nur ein, zwei Dinge gleichzeitig auf dem Zettel, mehr nicht. Immer schön eins nach dem anderen. Mehr bekomme ich neben Arbeit und Alltag auch gar nicht auf die Reihe. Ich schöpfe heute zwar mit meinen Gedanken meine Zukunft, doch ich lebe jetzt, was impliziert, dass nicht mein spirituelles Sein im Mittelpunkt steht, sondern mein Alltagsleben, mit all seinen vielfältigen Facetten von Beruf, Haushalt, Freizeit und Ehrenämtern. Ich beschäftige mich nicht allzu intensiv mit Meditation, gehe die Dinge sehr intuitiv und auf einfache Art und Weise an. Ich trage aber immer ein Bild mit möglichst viel Gefühl von dem, was ich unbedingt will, in mir, das ich jederzeit abrufen kann. Das mein Schöpfungsprinzip für die Erfüllung einzelner Wünsche, welches in dieser Form bei Wattles beschrieben ist, das ich im Zusammenwirken mit dem MKS praktiziere.

Walsch Kurzform des Schöpfungsprozesses lautet „Gedanke, Wort und Tat“. Er bezeichnet ihn als die große Wahrheit. Viele bekannte Autoren haben ihn schon erklärt, doch seine Beschreibung wirkt auf mich tiefergehend als alle anderen zuvor: „Nichts kann ganz allein und aus sich heraus Materie werden. Der Vater von allem ist reiner Gedanke oder wie Jesus es sagte ‚Ohne den Vater vermag ich nichts‘. In der Welt existiert nichts, was nicht zunächst als reiner Gedanke vorhanden war. Das ist die Energie des Lebens. Alles, was ich sehe, war einst jemanden Idee.“ Mit diesen Worten endet das Kapitel 11 in „Gespräche mit Gott – Band 3“, das mein Verständnis vom großen Ganzen sehr vertieft hat, das mir noch einmal einen anderen Ansatz zeigte, der meine Seele zutiefst berührte, der in mir ein ganz warmes Gefühl auslöste. Im September 2015 schrieb ich am Ende des Kapitals handschriftlich folgende Worte ins Buch: „Alles beginnt mit einer Idee. Gedanken werden reale Dinge. Der reine, nackte Gedanke ist die Ursache. Die Wirkung dieser Ursache ist das Gefühl, ist das emotionalisierte Bild, ist das Gefühl, es bereits zu besitzen!“

Den Einfluss und die Macht von Gefühlen im Schöpfungsprozess möchte ich besonders herausstellen. Ihre große Bedeutung hat Rhonda Byrne in „The Secret“ immer wieder betont:    

„Gefühle sind Ihr wichtigstes Hilfsmittel bei der Erschaffung Ihres Lebens. Ihre Gedanken sind die Ursache von allem. Alles andere, was Sie in dieser Welt sehen und erleben, ist Auswirkung; dies gilt auch für Ihre Gefühle. Der Ursprung sind immer Ihre Gedanken. Ihre Gefühle lassen Sie wissen, was Sie denken. Sie sollten sich Ihrer Gefühlswelt bewusst werden und Ihr inneres Gleichgewicht finden, weil das der schnellste Weg ist, um Ihre Gedanken zu erkennen. Am wichtigsten ist es für Sie zu wissen, dass es unmöglich ist, sich schlecht zu fühlen und gleichzeitig positiv zu denken. Wenn Sie sich schlecht fühlen, dann, weil Sie Gedanken hegen, die verursachen, dass Sie sich schlecht fühlen.“

Als ich diese Zeilen damals las, machte es erneut in mir klick und ich beschloss dauerhaft liebevolle, harmonische und mitfühlende Gedanken zu hegen und zu pflegen. Seit nunmehr gut sieben Jahre erzeuge ich ganz bewusst frohe, glückliche, dankbare, liebevolle, harmonische und mitfühlende Gedanken und Gefühle. Diese hochfrequenten Schwingungen bilden mittlerweile den Kern meines Unterbewusstseins. Die Frequenz, auf der ich sende und empfange, nenne ich UHW – Ultra Hochfrequenz Welle. Ich mache also nicht viel mehr, als ein klares, emotionales Bild von meinen Wünschen in mir zu tragen und täglich auf UHW zu schalten. Nicht immer volle Pulle, aber minimal immer ein bisschen. Das ist mein dauerhaftes Schöpfungsprinzip. Mein ausgleichender Gegenpol ist Ruhe und Stille, den ich jeden Tag in mir herstellen darf. Yoga ist eine Methode, Bewegung an der frischen Luft ist eine andere, mich in der Natur mit der Großen Seele verbinden ist meine wirkungsvollste.

Das ist, was ich aus dem Geheimnis über das Geheimnis gemacht habe. Ich hatte mich entschieden,  habe meine Willenskraft nicht für anderes verschwendet, sondern für mich selbst verwendet und setzte sie ein, um auf die für mich dienlichste Art und Weise zu denken und zu fühlen. Ohne Anwendung des Wissens geht es nicht und so bezeichne ich das Gesetz der Anwendung als achtes Naturgesetz. Anwendung bedeutet, von meinem Wissen Gebrauch zu machen – sprich: machen, einfach machen, immer wieder machen. Meine Gedanken und meine Gefühle sind meine Worte und mein Handeln. Und mein Machen ist meine gewöhnliche Weisheit. Wenn ich mache, was ich weiß, dann bin ich weise, auf eine ganz gewöhnliche Art weise.

In den Jahren seit Sommer 2010 ging es mir damit sehr gut. Als ich dies alles vor anderthalb Jahren zu vernachlässigen begann, kam es nach einigen Monaten zum körperlichen Absturz. Ich brauchte etliche Wochen, um zu verstehen, was mir meine Seele mitteilen wollte. Als der Groschen gefallen war, nahm ich mich der Erkenntnis mit Hingabe an. Ich schaltete wieder täglich auf UHW und hege seitdem auch verstärkt Gedanken und Gefühle von Fülle, Wohlstand und Reichtum – seien sie nun materiell oder immateriell. Jetzt fühle ich mich wieder richtig gut, habe mich nochmals von Altlasten befreit, schreibe wieder, nehme mir Zeit dafür, meine Seele bewusst atmen zu lassen. Kurzum: Geist, Körper und Seele sind wieder im Einklang. Es fühlt sich richtig gut, ähnlich wie im Oktober 2015, doch das Gefühl ist viel reifer und ruhiger. Damals habe ich meinen Zustand in Hochstimmung wie folgt beschrieben:

„Wenn mein Ich-Selbst von Geist, Körper und Seele im Einklang ist, kommt es mir so vor, dass ich meine Gefühle in jeder Körperzelle, mit jeder Faser meines Körpers spüre. Früher waren es Angst, Krankheit und Leiden, heute ist es eine Vielzahl schöner Gefühle, die sich in meinen Zellen breit machen, mich anfüllen, voll intensiv schwingen. Mein ganzer Körper schwingt oberhammergeil, jede einzelne Zelle, jede Faser schwingt voll geil, ja auch meine Seele scheint spürbar zu schwingen. Deshalb schreibt sich für mich der Schöpfungsprozess in Kurzform: Gedanke, Gefühl, Wort, Tat! Denn das Gefühl zu haben, meinen Herzenswunsch bereits jetzt zu besitzen, löst die Verwirklichung ohne Zweifel, 100% sicher aus. UND alle meine Gefühle sind in meiner Seele gespeichert. Noch einmal Walsch: „Alles Leben ist Schwingung!“ Ich versuche, meine Schwingungsintensität ganz bewusst hochzuhalten. Das führt immer wieder zu einem enormen Wohlgefühl. Wenn es mir so richtig gut geht und ich das Gefühl habe, dass mein ganzer Körper schwingt, dann schwingt nicht nur mein Körper, sondern mein ganze Einheit aus Geist, Körper und Seele.“

4 – Von der Inspiration zur Transformation

Ohne das Gesetz der Anwendung entsteht keine bewusste Schöpfung. Alles kann, nichts muss, trifft hier nicht zu. Der Schöpfungsprozess beginnt mit der Inspiration. Doch der Idee müssen Glaube, Fleiß, Ausdauer und Willenskraft folgen, ansonsten verkümmert sie zur Illusion. Auf Inspiration folgt Transpiration. Transpiration? Nein, keine Hautausdünstung, auch keine botanische Verdunstung von Wasser. In Transpiration stecken zwei lateinische Worte: trans und spiro. Trans heißt „über“ und eine Übersetzung von spiro lautet „von etwas erfüllt, von etwas beseelt sein.“ In diesem Sinne bedeutet Transpiration – als einer der Schritte im Schöpfungsprozess – die Überführung von innen nach außen mit Hingabe und Leidenschaft. Auf den „nackten“ Gedanken der Inspiration folgt in der Transpiration das Gefühl. Verbindet sich die Transpiration mit Ausdauer sowie Worte und Taten, die im Einklang mit dem Gedanken und dem Gefühl stehen, kommt es zur Transformation – der Umformung von Gedanken zu Dingen.

Daher: Achte auf deine Gedanken! Selbstbestimmte Gedanken führen zur gewünschten Ernte. Übernommene Gedanken führen zur Fremdbestimmung. Diese unerwünschte Wirkung ist im Kybalion zum 7. Hermetischen Prinzip des Geschlechts beschrieben: „ALLES – bis ins Geistige hinein – hat männliche und weibliche Anteile. Das Männliche gibt die Richtung vor (das Aktive, die Idee, der Wille) und das Weibliche ist das Annehmende und Ausführende (das Passive). Die meisten Menschen haben mehr den weiblichen Anteil fokussiert und lassen sich leider zu oft von den negativen Gedanken und Gefühlen anderer befruchten, so dass sie schließlich das ernten, was sie gar nicht wollten.“ Noch einmal Wallace: „Alles hängt vom Glauben ab!“ Also schütze deine Gedanken. Es ist grundsätzlich wichtig deine Gedanken zu steuern, sie zu beherrschen, gegebenenfalls einfach abzubrechen und durch neue, dienliche zu ersetzen. Und da kommt wieder die Willenskraft ins Spiel.    

Demzufolge: „Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte, achte auf deine Worte, denn sie werden Handlungen, achte auf deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten, achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden dein Charakter, achte auf deinen Charakter, denn er wird dein Schicksal.“ Diese alte Lebensweisheit wird im Internet einerseits den Chinesen zugeordnet, andererseits soll sie aber auch im Talmud stehen. Egal, denn da fehlt aus meiner Sicht etwas. Ich stoße bei meiner Recherche auf einen älteren Artikel aus der „Zeitenschrift“, einem Magazin mit einem sehr spirituellen Ansatz. Dort finde ich genau die erweiterte Version, die in diesen Erfahrungsbericht passt: „Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Gefühle, achte auf deine Gefühle, denn sie werden Worte, achte auf deine Worte …“

Also: Achte auf deine Gefühle! Sie werden zunächst gedacht, dann gespürt. Gefühle geben den Gedanken Lebendigkeit. Der nackte Gedanke ist mehr kalt als warm, hat nur eine geringe Schwingungsintensität. Erst wenn du ihn mit deinen Gefühlen in einen Anzug kleidest, entwickelt er die gewünschte schöpferische Kraft. In welche Richtung du ihn lenkst, entscheidest allein du, niemand sonst. Du kannst deine Gedanken in Angst hüllen. Aus kalt wird eiskalt, und sie entwickeln einen sehr starken zerstörerischen Schwingungsgrad. Aus dem Gesetz der Anziehung wird das Gesetz der Angst – Angst als Ursache; Leiden, Qualen und letztlich Selbstzerstörung als Wirkung. Du kannst deine Gedanken auch direkt zum entgegengesetzten Pol lenken, sie in ein wunderschönes Kleid aus Liebe hüllen. Aus kalt wird heiß, ja brennend heiß, und sie entwickeln die stärkst mögliche aufbauende Schwingungsintensität. Aus dem Gesetz der Anziehung wird das Gesetz der Liebe – Liebe als Ursache; Glück, Erfolg und Erfüllung als Wirkung.

Schon Onkel Charles hat ausdrücklich auf die Kraft der Gefühle hingewiesen: Die Gefühle sind die Quelle unserer Macht. Wir müssen unsere Gedanken emotional aufladen, wenn wir echte Resultate sehen wollen. Gedanke und Gefühl sind ein unschlagbares Doppel.“ Niemand kontrolliert, überwacht und steuert deine Gedanken und somit deine Gefühle, es sei denn du lässt es zu. Gefühle ändern sich durch neues Denken ganz bewusst, das habe ich selber erfolgreich getan. Ich komme vom Pol „Angst“ und habe mich über jahrelanges bewusstes Denken zum Pol „Liebe“ hinbewegt. Gefühle können sich von einem Moment zum anderen ändern. Das habe ich erfahren und habe es vorher nicht bewusst gedacht. Doch Seelen sind auch dazu da, um sich zu erinnern. Meine Seele ist hier, um das zu erfahren, was sie erfahren will. Das „Erfahren wollen“ ist ein Erinnern und kommt allein aus der Seele. Manchmal ist dieses Gefühl so stark, dass es dich übermannt, dass du gar nicht zu versuchen brauchst, es kontrollieren oder steuern zu wollen. Es ist so stark, dass du es nur zulassen kannst und ihm einfach folgen musst. Denn deine Seele hat das Verlangen in dein Bewusstsein gesendet, dass sie es absolut erfahren will.   

Es war und ist immer noch ein gewaltiger Lernprozess, meinen Gefühlen zu vertrauen. Sie nicht nur zuzulassen, sondern auch danach zu handeln, sie vor allem klar und deutlich auszusprechen. Auch heute habe ich ab und an negative Gefühle. Sie zu erfahren, war schon immer extrem wichtig, denn sie waren oft der Antrieb für wichtige Veränderungen in meinem Leben, vor allem dann, wenn der Leidensdruck nicht mehr auszuhalten war. Doch es fiel mir schon immer schwer, über sie zu sprechen, sie in ruhige, klare Worte zu fassen. So war es auch in der Phase nach Oktober 2015. Da habe ich sie zunächst nicht wahr haben wollen, habe sie ignoriert, zuletzt sogar unterdrückt, bis ich dann schließlich erkrankte. Ich habe auch aus dieser Krise gelernt, befinde mich aber immer noch mittendrin in dem Lernprozess „Achte aufmerksam auf deine Gefühle und vertraue ihnen.“ Ich habe in den letzten Wochen dazu einen entscheidenden Impuls erhalten, der mir dabei sehr geholfen hat. Er führte vor allem dazu, dass ich wieder zu schreiben begann und dass in diesem Erfahrungsbericht die Bedeutung von Gefühlen im Schöpfungsprozess eine zentrale Stellung einnimmt.

Darum: Achte auf deine Worte! Ich zitiere René Borbonus: „Achte auf deine Worte, denn sie können verletzten, auch entsetzen, können ganze Nationen auseinander dividieren, ohne sich für Unwahrheiten zu genieren. Wähle stattdessen Worte, die beglücken, in denen sich Respekt nicht versteckt. Achte auf deine Worte, verweile im Sinnieren, im Nachdenken, denn gute Worte brauchen Zeit. Wähle Worte, die berühren, verführen, betören, nicht zerstören. Achte auf deine Worte, denn Worte können verwunden, können heilen, also lasst uns verweilen. Worte bringen gute Ziele zum Sieg, gewinnen und nehmen Abschied. Worte formen Beziehungen, entscheiden über gleich und ungleich. Und deshalb, achte auf deine Worte. Machen wir die Welt zu einem besseren Ort. Und am Anfang steht das Wort. Also wähle weise und komme gut an.“

Demgemäß: Achte auf deine Handlungen! Gesagt heißt noch lange nicht getan. Insbesondere die Tat bedarf oftmals einer ganz besonderen Willenskraft und den Mut, seiner Intuition ohne Zögern und voller Vertrauen zu folgen. Alle nachhaltigen Gedanken und Gefühle sind im Unterbewusstsein, in der Seele gespeichert. Die Seele signalisiert dem Bewusstsein ihr Begehren. Dieser Vorgang heißt Intuition, auch Inspiration, Eingebung, Einfall oder Geistesblitz. Input = Output! Etwa 95% deiner Handlungen führst du unbewusst aus. Das, was du dauerhaft denkst und fühlst, gelangt 1:1 mittels Intuition ins Bewusstsein zurück. Auf eine „trainierte“ Intuition ist absoluter Verlass. Mit wachsender Erfahrung verschwindet das „Ja, aber!“ und du führst deine Eingebungen voller Vertrauen, ohne weiter darüber nachzudenken, einfach aus. Die Intuition signalisiert auch „Vorsicht“ oder „Das fühlt sich nicht gut an“. Wenn dem so ist, gilt es nicht zu handeln, sondern innezuhalten, um dir Zeit zu verschaffen, damit du in aller Ruhe abzuwägen kannst. Eine wirksame Methode besteht darin, immer mal wieder dein gewohntes Handeln zu unterbrechen, um eine kurze Rast in Form einer Inneneinkehr zu machen. Also: Achte auf deine Gewohnheiten …

5 – Im Einklang mit der Großen Seele

Nachdem ich Anfang Mai 2017 wieder mit dem Schreiben begonnen hatte, hatte ich das Gesetz der Anziehung bewusst aktiviert – ich hörte in Berlin einen Vortrag von René Borbonus, holte nach sieben Jahren intuitiv Wallace kleines Büchlein aus dem Regal, las wieder einmal im Kybalion und im MKS. Daraus entstanden die Kapitel 3 und 4. Jetzt folge ich wieder dem ursprünglichen Text, der damals den Arbeitstitel „Im Einklang mit der Großen Seele“ hatte. Die Formulierungen werden wieder emotionaler, denn so habe ich es im Oktober 2015 gefühlt und geschrieben, als ich meinem Gefühl freien Lauf ließ. Walsch führt im Kapitel 11 weiter aus: Die Seele ist überall in dir und um dich herum. Sie ist das, was dich in sich birgt und umfasst. Die Seele ist das, was zusammenhält. UND die Seele Gottes ist das, was das Universum in sich birgt und zusammenhält.“ Als ich diese Zeilen zum zweiten oder dritten Mal las, trat damals der Begriff „Große Seele“ endgültig in mein Bewusstsein.

Alles Leben ist eine Große Seele, alles Leben schwingt, alles Leben ist Freude und Liebe. Wenn ich das Gefühl habe, dass mein ganzer Körper schwingt, dann schwingt in Wahrheit meine Seele in der Ewigkeit und der Unsterblichkeit. Dann hört meine Seele, wie das Orchester des Universums die Noten von Unerschöpflichkeit und Unermesslichkeit spielt. Dann klingt in meiner Seele die wunderschöne Sinfonie des Universums. Dann lausche ich dem Lied von Freude und Liebe. Das schreibt sich so geil, wie es sich anfühlt. Na klar, alles schwingt, alles ist in steter Bewegung. So lautet das dritte hermetische Prinzip und das gilt auch für meine Seele. Doch diese Schwingungen immer öfter in mir zu fühlen, ist eine ganz besonders tief gehende Erfahrung. Oder: „Wenn Körper, Geist und Seele in Harmonie und Einheit erschaffen, wird Gott Fleisch!“ Danke MrW! 

„Wie oben, so unten; wie unten, so oben- Kybalion.“ Wenn die menschliche Seele der Behälter für den Körper ist, dann ist die Seele Gottes das Gefäß für unser Universum und alle noch existierenden Universen. „Alles ist im All und das All ist in allem. Alles, was existiert, ist im All und das All ist in allem, was existiert.“ Nach dem 1. hermetischen Prinzip sind All und Geist Synonyme: „Alles ist Geist. Alles, was existiert, ist Geist.“ Mit „The Secret“ begann ein Prozess: „Alles ist Energie!“. In meiner intensiven MKS-Zeit hieß es bereits: „Alles ist Geist!“. Dann, nachdem ich das Kybalion verinnerlicht hatte, entwickelte sich daraus: „Alles ist Gott!“. Dann hauchte mir MrW in Band 1 ins Bewusstsein: „Alles ist Liebe!“ Das war nichts Neues, denn Haanel schrieb bereits 1917 im MKS: „Das Gesetz der Anziehung ist das Gesetz der Liebe!“. Energie, Geist, Gott und Liebe sind alles Synonyme für ein und dasselbe. Und jetzt mündet dieser Prozess in ein weiteres Synonym, das sich für mich absolut wahr anfühlt: „Alles ist eine Große Seele!“ 

Walsch beschreibt es so: „Es gibt nur ein Wesen und damit nur eine Seele. Die Seele ist die Lebensenergie, die in allem und um alle physischen Objekte herum existiert. Gleichzeitig existieren viele individuelle Seelen in dem einen Wesen.“ Die Große Seele ist in allem, ist in jedem physischen Objekt sei es Mensch, Tier, Natur oder Gegenstand. Die Große Seele ist allumfassend, ist in uns, ist die große Aura, die uns alle umgibt. Prana, Chi, Äther oder Lebensenergie all das sind wiederum Synonyme für ein und dasselbe: die Große Seele. Das bedeutet letztlich, dass jedermanns Seele ein und dasselbe ist. Das bedeutet für mein Sein, dass es keinen Raum, Platz oder Ort gibt, an dem meine Seele endet und die der anderen beginnt.

Alles Existierende ist miteinander verbunden – ich bezog diese uralte Wahrheit zuvor ausschließlich auf die geistige und seelische Ebene. Doch Walsch leitet die menschliche Verbundenheit auch für die physische Ebene ab. In der Quintessenz ergibt sich daraus, dass mein Körper kein einzelnes, allein stehendes Objekt ist und ich mit diesem Verständnis nicht zwischen meinem und anderen Körpern unterscheiden kann. Bisher habe ich den menschlichen Körper als „Einzelbehälter“ betrachtet. Ich dachte, dass der Körper die Seele beherbergt und differenzierte deshalb zwischen meinem und anderen Körpern. Doch jetzt verstehe ich es so, dass alle Körper und alle Seelen fließend ineinander übergehen und so miteinander verbunden sind und die menschliche Verbundenheit dreidimensional ist – geistig, körperlich und seelisch.

Mir wird an dieser Stelle wieder einmal bewusst, wie wichtig es ist, nicht nur mit mir selbst im Einklang zu sein, sondern auch mit meinen Mitmenschen und der Natur. Wenn ich mit mir, den Menschen und Mutter Erde im Einklang bin, wenn ich danach spreche und handle, lebe ich auch stets im Einklang mit der Großen Seele. Ich bin immer dann 3D im Einklang mit mir und der Großen Seele, wenn ich im Moment bin, mich dem Moment hingebe, ich in der Stille an nichts denke, wenn ich in mich gehe, auf meinem Atem achte, mich ganz bewusst auf etwas einlasse, ich ein klares Bild von meinen Herzenswunsch in mir trage, wenn ich etwas bewusst wahr-nehme, ich mir selbst ge-wahr bin, ich nach meiner Wahrheit lebe, wenn ich mich dem höheren Selbst hingebe, mich der Großen Seele hingebe, ich in IHR zuhause bin, mich in IHR zuhause fühle! Und dieses Gefühl nehme ich täglich mit in meinen Alltag.

„Die Bewusstheit der Einheit, Ganzheit und Verbundenheit ist das grundsätzliche Verständnis allen Lebens. Andererseits erlaubt es Gott jeder Seele, ihren Weg zu gehen. Also erlaube du jeder Seele zu tun, was sie tun will.“ So sieht es MrW. Mein schöpferisches Bewusstsein basiert demzufolge auf der Einheit, Ganzheit und Verbundenheit von Allem, was existiert. Alles, was ich erblicke, ist miteinander verbunden, denn alles ist aus ein und derselben Materie erschaffen, alles besteht aus der Großen Seele! Alles, was existiert, ist die Große Seele. Alle Menschen, denen ich begegne, sind mit mir verbunden. Jeder einzelne ist so erschaffen wie ich selbst. Doch jeder Mensch besitzt eine individuelle Seele, die ihre eigenen, individuellen Erfahrungen machen will, darf oder muss.

Walsch: „Wir sind alle dieselbe Energie, auf verschiedene Weise verbunden und zusammengedrängt, um verschiedene Formen und unterschiedliche Materie zu erschaffen.“ Viele Menschen haben ein völlig anderes Bewusstsein als ich. Sie haben sich damit Lebensumstände erschaffen, die sich von meinen unterscheiden. Anderes Bewusstsein, andere Gedanken, Worte und Taten – das bedeutet zunächst, dass ich verstehe, warum viele Menschen anders handeln als ich und warum aus ihrer Sicht, ihr Handeln dienlich ist. Selbst dann, wenn ich es für absolut nicht dienlich halte, begegne ich ihnen respektvoll und akzeptiere ihr Anderssein. Das heißt selbstverständlich nicht, dass ich mit allem und jedem übereinstimme und klarkomme, sondern lediglich, dass ich diese Dinge und Ereignisse gelassen zur Kenntnis nehme, ohne sie groß zu bewerten und mich nur um das kümmere, was ich beeinflussen kann. Doch wenn ich erkenne, dass ich etwas verändern kann und mich dazu entschließe, es zu tun, mache ich das, ohne zu zögern mit all meiner mentalen Power.

Noch einmal: Wir alle bestehen aus derselben Materie. Alles ist eine Große Seele! Jeder Mensch ist eine individuelle Seele, die in der Großen Seele existiert. Wir alle leben in der Großen Seele. Wir alle sind in IHR zuhause. Ich bin Teil der Großen Seele. Ich bin in IHR Zuhause. Ich fühle mich in IHR Zuhause. Danke MrW! Ein Gefühl von tiefer Verbundenheit mit Mensch, Mutter Erde und der Großen Seele zu entwickeln, ist eine wunderschöne Aufgabe. Es ist leicht geschrieben, dass sie die Grundlage meines schöpferischen Bewusstseins ist. Doch fühle ich auch tatsächlich diese Verbundenheit? Dieses Gefühl, dieses Bewusstsein, dieses bewusste Sein zu erlangen, es tagein, tagaus zu leben, es zu fühlen und in mir zu spüren, darin besteht der tiefere Sinn meines Lebens. Ein Gefühl von immer tiefer gehender Verbundenheit zu entwickeln und als klares Bild in mir zu tragen, ist zum Herzenswunsch geworden. Deepak Chopra hat es in seinem Buch „Feuer im Herzen“ auf unvergleichbare Weise ausgedrückt:

„Das Wasser in deinem Körper enthält dasselbe Salz und dieselben Mineralien wie der Ozean – du trägst den Ozean in dir. Die Hautzellen, die du heute Morgen nach der Dusche mit einem Handtuch abgerubbelt hast, enthalten Moleküle, die sich einmal im Körper von Jesus und Buddha und einer anderen heiligen Gestalt der Vergangenheit befunden haben. Genieße also diese kosmische Verbundenheit. In deinem Inneren glüht ein Funke, und plötzlich weißt du mit untrüglicher Sicherheit, dass du in einer Welt lebst, die einem ein Zuhause ist. In diesem Moment bist du in vollkommener Übereinstimmung mit allem.“ 

Alles ist eine Große Seele – das ist in Kurzform mein freier Glaube, meine selbstbestimmte Religion, die Menschen miteinander verbindet, nicht trennt oder gar spaltet, vereint, nicht unterscheidet, schon gar nicht in Muslime, Juden, Buddhisten oder Christen. Mich im Gebet an die Große Seele zu wenden, löst in mir ein warmes Bauchgefühl aus. Die individuelle Seele ist die Summe aller Gefühle, die ein Mensch sich erschaffen hat. In der Großen Seele sind alle Gefühle enthalten, die alle individuellen Seelen sich jemals erschaffen haben. Ein Teil der Großen Seele zu sein, gibt mir Ruhe und Kraft. Ich kann nur das empfangen, was andere Seelen auf gleicher Frequenz senden. Die Vorstellung jederzeit die vielen schönen Gefühle anderer zu empfangen und sie in mein Leben zu ziehen, ist faszinierend und inspirierend. Andere Seelen können nur das empfangen, was ich auf gleicher Frequenz sende. Die Vorstellung die Große Seele mit meinen Gefühlen zu bereichern und sie wiederum anderen Seelen „zur Verfügung zu stellen“, ist ein wunderbares Verständnis von Geben und Nehmen. Ich liebe es in der Großen Seele Zuhause zu sein! 

6 – Danke!

Ich bin froh und dankbar für die hier zitierten Texte. Insbesondere die Bücher von Charles Haanel, Wallace D. Wattles, Neale Donald Walsch und Rhonda Byrne haben mir sehr geholfen, meine Wahrheit zu finden und stetig weiterzuentwickeln. Das Kybalion ist die literarische Quelle, aus der viele Autoren direkt oder indirekt geschöpft haben. Die Urquelle dafür wurde von Hermes Trismegistos vor über 5000 Jahren erkannt und hermetisch geschützt. Ich habe mich bemüht, fremdes, unverändert übernommenes geistiges Eigentum mit kursiver Schrift zu kennzeichnen. Es ist durchaus möglich, dass ich dennoch einige Formulierungen der zitierten Autoren zu meinen gemacht habe, ohne gesondert darauf hinzuweisen. Danke, lieber Helmar Rudolph, für die Veröffentlichung auf mks.me. Es ist immer wieder geil, mit dir zusammen etwas zu bewegen. Mein ganz besonderer Dank gilt Corinna Häseker, die mir den entscheidenden Impuls gab, wieder mit dem Schreiben fortzufahren. Danke Corinna, danke hoch 7×7, meine Seele atmet wieder!

7 – Quellen

Kapitel 1:

(1) T.K.V. Desikachar

      Yoga – Tradition und Erfahrung

      Die Praxis des Yoga nach dem Yoga Sutra des Patañjali

      Originalausgabe 1991

      Hier: Ausführungen zum „Schleier“ 

(2) Charles Haanel

       Das Master Key System

       Originalausgabe 1917

Kapitel 2:

Neale Donald Walsch

„Gespräche mit Gott – Vollständige Ausgabe“

Band 1: Ein ungewöhnlicher Dialog

Band 2: Gesellschafts- und Bewusstseinswandel

Band 3: Kosmische Weisheit

Originalausgabe 2005

Kapitel 3:

(1) Rhonda Byrne

      The Secret

      Originalausgabe 2007

(2) Wallace D. Wattles

       Die Wissenschaft des Reichwerdens

       Originalausgabe 1910

Kapitel 4:

(1) Die drei Eingeweihten

      Das Kybalion – Die 7 Hermetischen Gesetze

      Originalausgabe 1908

(2) René Borbonus: „Achte auf deine Worte“

       Aus seinem Vortrag „Klarheit der Worte“, Berlin, 19.5.2017

       Originaltext auf verschiedenen Internetzvideos verfügbar

Kapitel 5:

Deepak Chopra

Feuer im Herzen – Eine spirituelle Reise

Originalausgabe 2006

© KE/Oktober 2015 + Mai/Juni 2017